Zentrum für Hämatologische Neoplasien Das Zentrum für hämatologische Neoplasien am Kantonsspital Graubünden bietet eine umfassende Diagnostik, Behandlung und Nachsorge für Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen des Blutes, des Knochenmarks und des lymphatischen Systems. Die Versorgung erfolgt interdisziplinär und nach klar definierten medizinischen Standards. Alle Behandlungsentscheidungen werden in der interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen, damit verschiedene Fachperspektiven zusammengeführt werden und der Therapieplan für jede Patientin und jeden Patienten optimal abgestimmt ist. Wir begleiten Betroffene von der ersten Abklärung über die Behandlung bis zur langfristigen Nachsorge. Dabei stellen wir sicher, dass moderne Therapien, molekulare Diagnostik, Infektionsprophylaxe und supportive Angebote verbindlich und nachvollziehbar angewendet werden. Zentrum für hämatologische Neoplasien allgemeinDas Zentrum für hämatologische Neoplasien bündelt die Expertise aller relevanten Fachrichtungen und gewährleistet so eine moderne und koordinierte Versorgung. Die Abläufe sind klar definiert, die diagnostischen und therapeutischen Schritte erfolgen nach anerkannten Leitlinien und alle Fälle werden im Tumorboard gemeinsam besprochen. Wir bieten ein breites Spektrum an Untersuchungen und modernen Therapien an und stellen sicher, dass Patientinnen und Patienten lückenlos durch alle Behandlungsphasen begleitet werden. Dazu gehören auch Hilfe bei der Krankheitsbewältigung, Betreuung bei Nebenwirkungen sowie eine strukturierte Nachsorge. Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich und weiteren anerkannten Transplantationszentren der Schweiz, um Therapien anzubieten, die vor Ort nicht durchgeführt werden können, deren Vor- und Nachbetreuung jedoch durch uns erfolgt. Hämatologische Neoplasien – was ist das Hämatologische Neoplasien sind bösartige Erkrankungen des Blutes, des Knochenmarks und des lymphatischen Systems. Sie entstehen durch genetische Veränderungen in Zellen der Blutbildung, die sich dadurch unkontrolliert vermehren. Die Erkrankungen unterscheiden sich stark in ihrer Aggressivität, ihrem Verlauf und ihren Behandlungsmöglichkeiten. Leukämien Leukämien entstehen im Knochenmark und führen zu einer fehlerhaften Blutbildung. Akute Leukämien schreiten rasch voran und müssen sofort behandelt werden. Chronische Leukämien verlaufen langsamer, können jedoch ohne Therapie fortschreiten. Die Behandlung reicht von medikamentösen Therapien bis zu zielgerichteten Medikamenten und kann in bestimmten Fällen auch eine Stammzelltransplantation erfordern. Lymphome Lymphome entstehen aus Zellen des Immunsystems. Dazu gehören Hodgkin Lymphome und Non Hodgkin Lymphome. Diese Erkrankungen können langsam wachsen oder sehr aggressiv sein. Moderne Behandlungen kombinieren Immuntherapie, Antikörper, zielgerichtete Medikamente oder Chemoimmuntherapie. Multiples Myelom Das multiple Myelom entsteht aus Plasmazellen im Knochenmark und kann Knochen, Blutbild und Immunsystem beeinträchtigen. Die moderne Therapie besteht aus Kombinationstherapien, Immuntherapien und in geeigneten Fällen einer autologen Stammzelltransplantation. Myelodysplastische und myeloproliferative Syndrome Diese Erkrankungen betreffen die Vorläufer der Blutbildung und können sich im Verlauf zu akuten Leukämien entwickeln. Die Einteilung und Therapie richten sich nach genetischen Veränderungen, Risikokategorien und Beschwerden. DiagnoseDie Diagnose erfolgt in mehreren Schritten. Dazu können gehören:BlutuntersuchungenKnochenmarkspunktionLymphknotenbiopsieBildgebungMolekulare und zytogenetische Analysen Nur die Kombination dieser Befunde ermöglicht eine korrekte Einordnung der Erkrankung und bildet die Grundlage für eine zielgerichtete Therapie. Alle Befunde werden im Tumorboard besprochen. Dort wird gemeinsam ein individueller Therapieplan erarbeitet. Das Gespräch mit dem ArztIm Erstgespräch klären wir alle Fragen und besprechen die nächsten Schritte. Wir nehmen uns Zeit, um Befunde zu erklären, Therapieoptionen verständlich darzustellen und gemeinsam zu entscheiden, was medizinisch sinnvoll und für Sie persönlich passend ist. Therapieformen Kurativ intendierte Therapie Hier steht das Ziel der vollständigen Heilung im Vordergrund. Dazu gehören Chemotherapien, Immuntherapien, Antikörpertherapien, zielgerichtete Medikamente und in ausgewählten Situationen auch Stammzelltransplantationen. Nicht kurativ intendierte Therapie Wenn eine Heilung nicht erreichbar ist, liegt der Schwerpunkt auf Kontrolle der Erkrankung, Erhalt der Lebensqualität und Vermeidung von Komplikationen. Moderne Medikamente erlauben oft lange stabile Krankheitsphasen. Zelluläre Therapien – Organisation am KSGR Im Kantonsspital Graubünden werden keine Hochdosistherapien mit autologem Stammzellsupport oder allogene Stammzelltransplantationen durchgeführt. Ebenso führen wir keine CAR-T-Zell-Therapien durch. Diese Behandlungen erfolgen in spezialisierten Zentren für zelluläre Therapien, in der Regel am Universitätsspital Zürich. Unsere Aufgabe umfasst:alle notwendigen Vorabklärungen und Risikoanalysendie Zuweisung in das zuständige Zentrumdie Rückübernahme nach der zellulären Therapie, sobald möglichdie Erhaltungstherapie falls vorgesehendie engmaschige langfristige Verlaufskontrolle Auf besonderen Wunsch der Patientinnen und Patienten können auch andere schweizweit anerkannte Zentren berücksichtigt werden. Die Entscheidung erfolgt immer gemeinsam und medizinisch sinnvoll begründet. Unterstützung und Nachsorge Wir bieten umfassende Nachsorgeprogramme mit Blutkontrollen, Bildgebung, Knochenmarkuntersuchungen, Impfberatung und Infektionsprophylaxe. Psychoonkologie, Sozialdienst, Ernährungsberatung und Selbsthilfegruppen stehen unterstützend zur Verfügung. Weitere Informationen zusammengefasst Überblick Hämatologische Neoplasien umfassen eine grosse Gruppe von Blut- und Knochenmarkerkrankungen, die sich in ihrer Ursache, ihrem Verlauf und ihren Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden. Viele dieser Erkrankungen lassen sich heute gut kontrollieren oder behandeln. Die moderne Diagnostik erlaubt eine genaue Einteilung und hilft, die Therapie individuell anzupassen. Das Zentrum für hämatologische Neoplasien am Kantonsspital Graubünden begleitet Patientinnen und Patienten durch alle Phasen der Erkrankung von der Abklärung bis zur Nachsorge. Bedeutung der Früherkennung Früherkennung spielt bei hämatologischen Erkrankungen eine besondere Rolle, da viele Krankheitsbilder schleichend beginnen und anfangs kaum Beschwerden verursachen. Blutbildveränderungen, häufige Infekte oder anhaltende Müdigkeit werden oft nicht sofort mit einer Blutkrankheit in Verbindung gebracht. Eine frühzeitige Abklärung kann jedoch verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet oder Komplikationen entstehen. Je früher eine Leukämie, ein Lymphom oder ein Myelodysplastisches Syndrom erkannt wird, desto besser lassen sich Behandlungserfolg, Therapieplanung und Prognose beeinflussen. Wir empfehlen, auffällige oder länger anhaltende Beschwerden ärztlich abklären zu lassen und vereinbarte Kontrolluntersuchungen konsequent wahrzunehmen. Hinweis zu Risikofaktoren Die Risikofaktoren für hämatologische Neoplasien sind vielfältig. Dazu gehören genetische Veränderungen, familiäre Belastungen, langjährige Immunsuppression, bestimmte Vorerkrankungen sowie selten auch berufliche oder toxische Einflüsse. Einige Erkrankungen treten nach früheren Chemotherapien oder Strahlentherapien häufiger auf. Bei Lymphomen und Leukämien können erblich bedingte Faktoren eine Rolle spielen, auch wenn die meisten Fälle spontan entstehen. Wir beurteilen Risiken individuell und beraten Patientinnen und Patienten, welche Faktoren im jeweiligen Fall relevant sind und wie mögliche Risiken überwacht werden können. Ursachen Die Ursachen hämatologischer Neoplasien liegen überwiegend in genetischen Veränderungen, die Zellen der Blutbildung betreffen. Diese Veränderungen können im Laufe des Lebens entstehen, ohne dass ein äusserer Auslöser erkennbar sein muss. Zusätzlich spielen Faktoren wie virale Infektionen, immunsuppressive Therapien oder selten erbliche Syndrome eine Rolle. Die molekulare Diagnostik ist heute ein zentraler Bestandteil der Abklärung, weil sie nicht nur zur Diagnose beiträgt, sondern auch die Auswahl der Therapie beeinflusst. Eine klare Ursache lässt sich nicht in jedem Fall feststellen. Die präzise Analyse der genetischen Veränderungen im Knochenmark hilft jedoch, den Verlauf einzuschätzen und die Therapie optimal anzupassen. Symptome Die Beschwerden hämatologischer Erkrankungen sind oft unspezifisch. Dazu gehören Müdigkeit, Leistungsabfall, Blutungsneigung, häufige Infekte, Nachtschweiss, ungewollter Gewichtsverlust oder geschwollene Lymphknoten. Manche Betroffene haben keinerlei Symptome und die Erkrankung wird zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt. Da die Beschwerden sehr vielfältig sein können, ist eine genaue Diagnostik notwendig. Diagnose Die Diagnostik umfasst eine Kombination aus Blutuntersuchungen, Knochenmarkpunktion, bildgebenden Verfahren und molekularen Analysen. Nur durch die Zusammenführung dieser Befunde lässt sich die Erkrankung korrekt einordnen. Jede Patientin und jeder Patient erhält eine präzise Diagnosestellung nach aktuellen Leitlinien. Nach Abschluss der Abklärung wird der Fall im Tumorboard besprochen, wo alle beteiligten Fachrichtungen gemeinsam die bestmögliche Therapie festlegen. Dieser strukturierte Prozess stellt sicher, dass die Behandlung medizinisch fundiert und nachvollziehbar ist. Verlauf und Risikofaktoren Der Verlauf hämatologischer Neoplasien ist sehr unterschiedlich. Einige Erkrankungen verlaufen langsam und ermöglichen eine lange Beobachtungsphase. Andere sind aggressiv und müssen sofort behandelt werden. Molekulare Veränderungen, genetische Befunde, Blutbildveränderungen und klinische Parameter bestimmen die Risikoeinteilung. Diese Risikogruppen helfen, Prognose und Therapie zu planen und legen fest, wie engmaschig die Nachsorge sein sollte. Das Zentrum für hämatologische Neoplasien bietet individuelle Verlaufspläne an und überwacht systematisch, ob sich die Erkrankung verändert oder neue Beschwerden auftreten. Interdisziplinäres Ärzteteam Direktor Tumor- und Forschungszentrum Prof. Dr. med. Roger von Moos +41 81 256 71 10 tumorzentrum [at] ksgr.ch Stv. Chefarzt Hämatologie Onkologie / Hämatologie Prof. Dr. med. Ulrich Mey +41 81 256 66 46 onkologie [at] ksgr.ch Chefarzt Onkologie / Hämatologie Prof. Dr. med. Richard Cathomas +41 81 256 66 46 onkologie [at] ksgr.ch Leitender Arzt Onkologie / Hämatologie PD Dr. med. Tobias Silzle +41 81 256 66 46 onkologie [at] ksgr.ch Chefarzt Zentrallabor Laborleitung Dr. med. Martin Risch +41 81 256 65 30 martin.risch [at] ksgr.ch Operative Laborleitung Laborleitung Sandra Hutter +41 81 256 65 34 sandra.hutter [at] ksgr.ch Chefarzt Ärzte Radio-Onkologie Dr. med. univ. (A) Winfried Arnold +41 81 256 64 95 radioonkologie [at] ksgr.ch Chefarzt Radiologie und Departementsleiter Institute PD Dr. med. Thomas Böhm +41 81 256 64 62 radiologie [at] ksgr.ch Chefarzt Pathologie Dr. med. Daniel Krause +41 81 256 65 45 daniel.krause [at] ksgr.ch Leitende Ärztin Pathologie Dr. med. Nadja Fischer +41 81 256 65 45 nadja.fischer [at] ksgr.ch
Direktor Tumor- und Forschungszentrum Prof. Dr. med. Roger von Moos +41 81 256 71 10 tumorzentrum [at] ksgr.ch
Stv. Chefarzt Hämatologie Onkologie / Hämatologie Prof. Dr. med. Ulrich Mey +41 81 256 66 46 onkologie [at] ksgr.ch
Chefarzt Onkologie / Hämatologie Prof. Dr. med. Richard Cathomas +41 81 256 66 46 onkologie [at] ksgr.ch
Leitender Arzt Onkologie / Hämatologie PD Dr. med. Tobias Silzle +41 81 256 66 46 onkologie [at] ksgr.ch
Chefarzt Ärzte Radio-Onkologie Dr. med. univ. (A) Winfried Arnold +41 81 256 64 95 radioonkologie [at] ksgr.ch
Chefarzt Radiologie und Departementsleiter Institute PD Dr. med. Thomas Böhm +41 81 256 64 62 radiologie [at] ksgr.ch