Leistungsangebot Viszeralonkologisches Zentrum Das Viszeralonkologische Zentrum bietet Therapien für verschiedene Tumorarten an. Bauchspeicheldrüsenkrebs Die Bauchspeicheldrüse ist für die Produktion von Verdauungssäften sowie Insulin verantwortlich, das den Zuckerstoffwechsel reguliert. Mit einem Gewicht von etwa 120 Gramm liegt sie gut verborgen hinter dem Magen und gliedert sich in Kopf-, Körper- und Schwanzbereich. Bösartige Tumoren treten häufig im Kopfbereich auf, was durch den Verschluss des Gallengangs zu einer Gelbsucht führen kann. Eine schmerzlose Gelbfärbung der Augen und Haut sowie häufig ein ungewollter Gewichtsverlust zählen zu den typischen Symptomen. DiagnostikZur Abklärung wird in der Regel eine Computertomografie (CT) durchgeführt, ergänzt durch eine Spiegelung der Gallenwege oder des Bauchspeicheldrüsengangs. Weitere Untersuchungen sind meist nicht erforderlich. BehandlungsplanBei Tumoren, die auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt sind, keine grossen Blutgefässe befallen haben und keine Metastasen in Leber oder anderen Organen aufweisen, wird eine Operation geplant. Da dieser Eingriff belastend ist, prüfen Chirurg und Anästhesist den Allgemeinzustand und das Operationsrisiko der Patientin oder des Patienten. Die Operation bietet die einzige Heilungschance. Abhängig vom Tumorstadium, dem Befall der Lymphknoten und der Krebsart kann nach der Operation eine Chemotherapie, gegebenenfalls kombiniert mit Bestrahlung, erforderlich sein. Chirurgischer EingriffLiegt der Tumor im Kopfbereich der Bauchspeicheldrüse, müssen der Tumor, angrenzendes Bauchspeicheldrüsengewebe, die Gallenblase, ein Teil des Gallengangs und der Zwölffingerdarm entfernt werden (magenausgangserhaltende Operation). Je nach Tumorlokalisation wird eventuell auch ein Teil des Magens entfernt (klassische Whipple-Operation). Der Wiederaufbau nach der Tumorentfernung ist technisch anspruchsvoll und erfordert drei neue Verbindungen (Anastomosen) zwischen Dünndarm, Gallengang, dem verbleibenden Bauchspeicheldrüsengewebe und dem Magen.Befindet sich der Tumor im Schwanzbereich der Bauchspeicheldrüse, erfolgt eine sogenannte Pankreaslinksresektion. Dabei werden der Körper und der Schwanz der Bauchspeicheldrüse sowie die umliegenden Lymphknoten und die Milz entfernt. Mögliche KomplikationenEine häufige Komplikation ist ein Leck an der Verbindung zwischen dem Rest der Bauchspeicheldrüse und dem Dünndarm. Weitere Risiken umfassen Nachblutungen, eine verzögerte Magenentleerung sowie allgemeine Probleme wie Infektionen, Lungenkomplikationen und Thrombosen. NachsorgeEs liegen derzeit keine ausreichenden Studiendaten vor, die einen klaren Vorteil einer routinemässigen Nachkontrolle nach R0- oder R1-Resektion belegen. Daher sollte die Nachsorge individuell gestaltet werden, wobei die Präferenzen des Patienten sowie die potenziellen therapeutischen Konsequenzen berücksichtigt werden.Ein Anstieg der Cholestaseparameter, Tumormarker oder das Auftreten von Symptomen sollten stets Anlass für eine bildgebende Abklärung sein. Bild Referenz: Tumorzentrum Oberösterreich. Leitlinie Duktales Adenokarzinom des Pankreas. Dickdarmkrebs Darmkrebs zählt in Europa zu den häufigsten Krebsarten. Er entsteht in den meisten Fällen aus zunächst harmlosen Polypen. Daher ist die Vorsorgeuntersuchung, insbesondere die Darmspiegelung, von grosser Bedeutung. Neben den sporadischen Formen, die am häufigsten vorkommen, gibt es auch familiär gehäufte Fälle von Darmkrebs. Insbesondere bei einer Diagnose in jungem Alter sollte eine Vorsorgeuntersuchung bei nahen Verwandten, wie Geschwistern, in Betracht gezogen werden. Im Kanton Graubünden gibt es ein organisiertes Screening-Programm für Personen zwischen 50 und 70 Jahren, das dazu beiträgt, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Anzeichen und SymptomeTypische Warnsignale für Darmkrebs sind Blut im Stuhl, veränderte Stuhlgewohnheiten, Bauchschmerzen und ungewollter Gewichtsverlust. Allerdings treten diese Symptome oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf. In etwa der Hälfte der Fälle, in denen die Erkrankung durch Symptome entdeckt wird, ist der Tumor bereits fortgeschritten, was die Heilungschancen erheblich reduziert. Wird der Krebs hingegen früh erkannt, sind die Aussichten auf Heilung sehr gut. DiagnostikDer wichtigste Schritt in der Diagnostik ist die Kolonoskopie, bei der auffälliges Gewebe entnommen (Biopsie) und untersucht wird. Um das Krankheitsstadium genauer zu bestimmen, werden zusätzlich Ultraschalluntersuchungen der Leber sowie eine CT-Untersuchung des Bauch- und Brustraums durchgeführt. So können mögliche Metastasen in der Leber oder Lunge erkannt werden. BehandlungsstrategieDie Behandlung von Darmkrebs beginnt in der Regel mit einer Operation. Nach der operativen Entfernung des Tumors und der betroffenen Lymphknoten wird das Gewebe pathologisch untersucht, um das exakte Tumorstadium zu bestimmen. Bei fortgeschrittenem Befall der Lymphknoten oder bei Metastasen wird häufig eine Chemotherapie nach der Operation empfohlen. OperationDas Ausmass des chirurgischen Eingriffs hängt von der Position des Tumors im Dickdarm ab. Befindet sich der Tumor im aufsteigenden Teil des Dickdarms (rechtsseitig), wird eine sogenannte „rechte Hemikolektomie“ durchgeführt. Liegt der Tumor im absteigenden oder S-förmigen Teil des Darms, erfolgt eine „linke Hemikolektomie“. Tumoren im querverlaufenden Teil des Darms sind seltener und erfordern ebenfalls eine spezifische chirurgische Herangehensweise. Neben dem betroffenen Darmabschnitt werden auch die dazugehörigen Lymphknoten und Blutgefässe entfernt. Die Darmkontinuität wird meist durch das Vernähen der gesunden Darmenden wiederhergestellt.Diese Eingriffe können, je nach Tumorgrösse, Lage und weiteren Faktoren, auch minimalinvasiv mit der sogenannten Schlüsselloch-Technik erfolgen. Die Eignung dieser Methode wird individuell in Absprache mit dem behandelnden Chirurgen entschieden. NachsorgeNach der erfolgreichen Behandlung eines Dickdarmkrebses ist eine regelmässige Nachsorge entscheidend, um mögliche Rückfälle frühzeitig zu erkennen und die Gesundheit langfristig zu sichern. Die Schweizerische Gesellschaft für Gastroenterologie (SGG) hat hierfür spezifische Empfehlungen entwickelt, die als Leitfaden dienen. Warum ist die Nachsorge wichtig?Auch nach einer erfolgreichen Therapie besteht ein gewisses Risiko, dass der Krebs zurückkehrt oder sich neue Tumoren im Darm entwickeln. Durch regelmässige Kontrollen können solche Veränderungen frühzeitig entdeckt und behandelt werden, was die Heilungschancen erhöht. Empfohlene Nachsorgeuntersuchungen:Die SGG empfiehlt ein strukturiertes Nachsorgeprogramm, das individuell an den Patienten angepasst wird. Typische Bestandteile sind: Anamnese und klinische Untersuchung: Regelmässige Gespräche mit dem Arzt über allgemeines Befinden und spezifische Symptome sowie körperliche Untersuchungen.Bestimmung des Tumormarkers CEA: Das Carcinoembryonale Antigen (CEA) ist ein Blutwert, der Hinweise auf ein mögliches Wiederauftreten des Krebses geben kann.Koloskopie (Darmspiegelung): Eine vollständige Untersuchung des Dickdarms, um neue Polypen oder Tumoren zu identifizieren.Bildgebende Verfahren: Je nach individuellem Risiko können Computertomographien (CT) des Brustkorbs und Bauchs durchgeführt werden, um Metastasen auszuschliessen. Empfohlene Zeitintervalle:Die Häufigkeit der Nachsorgeuntersuchungen richtet sich nach dem individuellen Risiko und dem Stadium des ursprünglichen Tumors. Allgemein wird folgendes Schema empfohlen:Erstes bis drittes Jahr nach der Operation: Kontrollen alle drei bis sechs Monate.Viertes und fünftes Jahr: Kontrollen alle sechs bis zwölf Monate.Ab dem sechsten Jahr: Jährliche Kontrollen.Sie finden eine tabellarische Übersicht zu den Untersuchungen untenstehend. Bild Referenz: Truninger K, Lugli A, Köberle D. Nachsorge nach koloskopischer Polypektomie und Therapie des kolorektalen Karzinoms. Swiss Medical Forum. 2022;22(21–22):349–355. Was kann ich für meine Gesundheit tun:Symptome ernst nehmen: Unabhängig von den geplanten Nachsorgeterminen sollten neue oder ungewöhnliche Symptome umgehend dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.Lebensstil: Eine gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen können das Risiko eines Rückfalls reduzieren.Spezieller Fall: Sollte Ihr Tumor initial gestreut und Metastasen fern vom Ursprungstumor gemacht haben und diese alle vollständig entfernt worden sein, empfiehlt sich die Nachsorge wie in der untenstehenden Tabelle: Bild Referenz: Truninger K, Lugli A, Köberle D. Nachsorge nach koloskopischer Polypektomie und Therapie des kolorektalen Karzinoms. Swiss Medical Forum. 2022;22(21–22):349–355. Rektumkarzinom (Mastdarmkrebs) Die Anzeichen eines Mastdarmkrebses ähneln häufig denen des Dickdarmkrebses. Blutbeimengungen im oder zwischen dem Stuhl sind ein typisches Symptom, das häufig zur Diagnosestellung führt. Weitere mögliche Beschwerden sind allgemeines Unwohlsein, ungewollter Gewichtsverlust und unspezifische Bauchschmerzen. Diagnostische MassnahmenDie erste Untersuchung ist in der Regel eine Kolonoskopie, bei der Mast- und Dickdarm endoskopisch betrachtet werden. Während dieses Eingriffs entnimmt der Spezialist Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen. Der Pathologe analysiert diese Proben, um festzustellen, ob es sich um bösartige Tumorzellen handelt. Zur weiteren Diagnostik zählen ein CT zur Überprüfung von Metastasen in Leber und Lunge, ein endoluminaler Ultraschall zur detaillierten Bewertung des Primärtumors (z. B. Grösse, Lymphknotenbeteiligung) sowie allgemeine Untersuchungen, die die Operationsfähigkeit der Patientin oder des Patienten beurteilen. TherapieplanungDie Lage des Tumors im Mastdarm ist entscheidend für die Behandlungsstrategie. Tumoren im oberen Drittel des Mastdarms werden in der Regel operativ entfernt, bei fortgeschrittenen Stadien oder Lymphknotenbefall kann zusätzlich eine Chemotherapie erforderlich sein.Bei Tumoren im unteren Mastdarm wird häufig eine neoadjuvante Therapie, bestehend aus einer Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie, durchgeführt. Nach einer mehrwöchigen Pause folgt dann der operative Eingriff.Je näher der Tumor am Schliessmuskel liegt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine vollständige Entfernung des Afters und der Schliessmuskulatur erforderlich wird. In solchen Fällen muss ein dauerhafter künstlicher Darmausgang angelegt werden. Dank moderner Vorbehandlungs- und Operationstechniken ist dies jedoch vor allem bei jüngeren Patientinnen oder Patienten mittlerweile seltener notwendig. Chirurgische BehandlungDie Art der Operation hängt von der Tumorhöhe ab:Oberer Mastdarm: Der obere Mastdarm und ein Teil des Dickdarms werden entfernt, die beiden verbleibenden Darmenden direkt miteinander verbunden.Unterer Mastdarm: Der gesamte Mastdarm sowie das umliegende Lymph- und Fettgewebe werden vollständig entfernt (totale mesorektale Exzision, TME). Die Darmkontinuität wird durch eine „gerade Rekonstruktion“, eine Seit-zu-End-Anastomose (Reservoirtasche) oder einen J-Pouch (grösseres Reservoir) wiederhergestellt. Aufgrund der technischen Komplexität und der möglichen Durchblutungsprobleme dieser tiefen Anastomosen wird oft ein vorübergehendes Ileostoma (künstlicher Dünndarmausgang) angelegt, um die Heilung zu unterstützen.Befall von Schliessmuskel oder Beckenboden: Wenn der Tumor in diese Strukturen eingewachsen ist, müssen sie aus onkologischen Gründen mit entfernt werden. Der Dickdarm wird dann als dauerhafter künstlicher Ausgang im linken Unterbauch ausgeleitet. Vor der Operation wird den Betroffenen empfohlen, sich mit einer Stomaberatung in Verbindung zu setzen. Dieses spezialisierte Team unterstützt die Patientinnen und Patienten vor und nach dem Eingriff, insbesondere bei Fragen und Problemen rund um den künstlichen Darmausgang. NachsorgeOb nach der Operation eine ergänzende Chemo- oder Strahlentherapie erforderlich ist, hängt vom genauen Tumor- und Lymphknotenstadium ab, das der Pathologe festlegt. Bei Patientinnen und Patienten mit einem temporären Ileostoma wird der künstliche Ausgang einige Wochen oder Monate nach der Erstoperation zurückverlegt.Nach abgeschlossener Therapie werden alle Patientinnen und Patienten gemäss den vordefinierten Standards der Schweizerischen Gesellschaft für Gastroenterologie (SGG) Verlaufskontrollen und eine Nachsorge bekommen (Nachsorge nach koloskopischer Polypektomie und Therapie des kolorektalen Karzinoms). Diese beinhalten regelmässige Bluttests, Koloskopien sowie Ultraschall- oder CT-Untersuchungen, um das Wiederauftreten des Krebses frühzeitig zu erkennen respektive auszuschliessen.Eine Übersicht zur Nachsorge finden sie in der untenstehenden Tabelle: Bild Referenz: Truninger K, Lugli A, Köberle D. Nachsorge nach koloskopischer Polypektomie und Therapie des kolorektalen Karzinoms. Swiss Medical Forum. 2022;22(21–22):349–355.
Bild Referenz: Truninger K, Lugli A, Köberle D. Nachsorge nach koloskopischer Polypektomie und Therapie des kolorektalen Karzinoms. Swiss Medical Forum. 2022;22(21–22):349–355.
Bild Referenz: Truninger K, Lugli A, Köberle D. Nachsorge nach koloskopischer Polypektomie und Therapie des kolorektalen Karzinoms. Swiss Medical Forum. 2022;22(21–22):349–355.
Bild Referenz: Truninger K, Lugli A, Köberle D. Nachsorge nach koloskopischer Polypektomie und Therapie des kolorektalen Karzinoms. Swiss Medical Forum. 2022;22(21–22):349–355.