Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs | Kantonsspital Graubünden

Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs: Operation, Strahlentherapie, Hormontherapie, Chemotherapie - wir finden gemeinsam mit Ihnen die für Sie mögliche Therapie.

Behandlungsmöglichkeiten

Die chirurgische Entfernung der Prostata, auch als radikale Prostatektomie bekannt, ist eine der gängigsten und effektivsten Methoden zur Behandlung von Prostatakrebs, insbesondere wenn der Tumor auf die Prostata begrenzt ist. Am Kantonsspital Graubünden setzen wir auf modernste operative Techniken und verfügen über jahrelange Erfahrung in roboterassistierter Chirurgie mit dem Da-Vinci-Operationssystem.

Der Da-Vinci-Roboter ermöglicht minimalinvasive Eingriffe mit höchster Präzision. Dabei werden durch wenige kleine Einschnitte Instrumente und eine hochauflösende Kamera eingeführt, die dem Operateur eine 3D-Ansicht des Operationsfeldes bieten. Die Bewegungen des Chirurgen werden über die Roboterarme präzise auf die Instrumente übertragen, wodurch eine schonende und exakte Entfernung der Prostata sowie der umliegenden Lymphknoten gewährleistet ist.

Diese Methode reduziert Blutverlust, Schmerzen und die Erholungszeit erheblich. Auch die Ergebnisse in Bezug auf die Kontinenz und Potenz sind im Vergleich zu herkömmlichen Operationsmethoden besser. Mit über 100 roboterassistierten Eingriffen pro Jahr zählt unser Team zu den erfahrensten in der Schweiz.

Die Strahlentherapie ist eine bewährte Alternative zur Operation oder eine Ergänzung nach einem chirurgischen Eingriff. Ziel ist es, Krebszellen gezielt zu zerstören und das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Am Kantonsspital Graubünden bieten wir verschiedene Formen der Strahlentherapie an:

  • Perkutane Strahlentherapie: Hierbei wird der Tumor von aussen durch die Haut bestrahlt. Mit moderner Bildgebung wie der CT-gestützten Planung wird das betroffene Gewebe präzise bestrahlt, während das umliegende gesunde Gewebe geschont wird.
  • Brachytherapie: Diese Methode eignet sich für bestimmte Tumorstadien. Kleine radioaktive Partikel werden direkt in die Prostata eingebracht, wo sie kontinuierlich Strahlung abgeben und die Krebszellen von innen zerstören. Die Brachytherapie ist besonders schonend und mit wenigen Nebenwirkungen verbunden.
  • Salvage-Strahlentherapie: Wenn der Krebs nach einer Operation wieder auftritt (Rezidiv), kann eine erneute Bestrahlung (sogenannte Salvage-Therapie) helfen, die Erkrankung zu kontrollieren.

Die Strahlentherapie kann auch bei metastasierendem Prostatakrebs eingesetzt werden, um Symptome wie Schmerzen zu lindern.

Die Hormontherapie ist eine wichtige Behandlungsoption, insbesondere bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Prostatakrebs. Ziel ist es, die Wirkung des männlichen Hormons Testosteron, das das Wachstum von Krebszellen fördert, zu blockieren oder dessen Produktion zu unterdrücken.

Am Kantonsspital Graubünden kommen verschiedene Ansätze der Hormontherapie zum Einsatz:

  • Medikamentöse Hormontherapie: Medikamente unterdrücken entweder die Testosteronproduktion in den Hoden oder blockieren die Rezeptoren der Krebszellen, die auf das Hormon reagieren.
  • Chirurgische Kastration: Durch die operative Entfernung der Hoden (Orchiektomie) wird die Testosteronproduktion dauerhaft gestoppt.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Hormontherapien entwickelt, die gezielt auf fortgeschrittene Prostatakrebsstadien wirken und häufig weniger Nebenwirkungen aufweisen. Diese modernen Therapien stehen den Patienten am Kantonsspital Graubünden vollständig zur Verfügung.

Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Prostatakrebs, der nicht mehr auf Hormontherapie anspricht, kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen. Dabei werden Medikamente (Zytostatika) eingesetzt, die das Wachstum der Krebszellen hemmen oder diese abtöten.

Die Chemotherapie wird in der Regel in mehreren Zyklen verabreicht und ist besonders wirksam bei der Kontrolle von Metastasen. Obwohl sie Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Haarausfall und Übelkeit verursachen kann, sind diese heutzutage dank moderner unterstützender Therapien gut beherrschbar.

Am Kantonsspital Graubünden legen wir grossen Wert darauf, die Chemotherapie individuell an die Bedürfnisse und die Belastbarkeit unserer Patienten anzupassen, um die bestmöglichen Ergebnisse bei gleichzeitig optimaler Lebensqualität zu erzielen.

Jede dieser Behandlungsformen hat ihre spezifischen Vorteile und wird individuell auf den Patienten zugeschnitten. Dank unserer interdisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen regelmässiger Tumorkonferenzen können wir für jeden Patienten am Kantonsspital Graubünden die bestmögliche Therapie planen und umsetzen. Dabei steht nicht nur der medizinische Erfolg im Vordergrund, sondern auch die Erhaltung der Lebensqualität.

Nachsorge und Lebensqualität

Nach der Behandlung von Prostatakrebs ist eine strukturierte Nachsorge entscheidend, um ein Wiederauftreten des Tumors frühzeitig zu erkennen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu erhalten. In der Schweiz orientieren sich die Nachsorgeempfehlungen an internationalen Leitlinien und werden individuell an die Patientinnen und Patienten angepasst.

Das Kantonsspital Graubünden legt nicht nur grossen Wert auf medizinische Expertise, sondern begleitet die Patienten auch menschlich und einfühlsam durch alle Phasen der Erkrankung.

  1. PSA-Kontrollen:
    • Regelmässige Messungen des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut sind zentral.
    • Nach radikaler Prostatektomie sollte der PSA-Wert unter 0,1 ng/ml liegen.
    • Anfänglich werden PSA-Tests alle drei bis sechs Monate empfohlen; bei stabilen Werten können die Intervalle verlängert werden.
  2. Klinische Untersuchungen:
    • Regelmässige körperliche Untersuchungen durch den Urologen sind wichtig, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
  3. Bildgebende Verfahren:
    • Bei Verdacht auf ein Rezidiv oder Metastasen können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRI oder CT eingesetzt werden. Auch PSMA PET-CT Untersuchungen kommen hier zum Zug.
  4. Beurteilung von Nebenwirkungen:
    • Erfassung und Management von therapiebedingten Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder erektiler Dysfunktion.

Symptome ernst nehmen: Unabhängig von den geplanten Nachsorgeterminen sollten neue oder ungewöhnliche Symptome umgehend dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.
Lebensstil: Eine gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen können das Risiko eines Rückfalls reduzieren.