Lungenkrebszentrum | Kantonsspital Graubünden

Lungenkrebszentrum

Das Lungenkrebszentrum am Kantonsspital Graubünden ist spezialisiert auf die Diagnose und Behandlung von Tumorerkrankungen der Lunge und des Brustkorbs.

Die Betreuung erfolgt interdisziplinär in enger Zusammenarbeit zwischen Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie, Pflege und Psychoonkologie. 

Wir bieten eine leitliniengerechte Versorgung mit modernster Diagnostik, präziser Bildgebung und individuell abgestimmten Therapieformen. Unser Ziel ist es, Lungenkrebserkrankungen so früh wie möglich zu erkennen und Behandlungswege bereitzustellen, die wissenschaftlich fundiert und für die Patientinnen und Patienten verständlich und umsetzbar sind. 

Alle Fälle werden im interdisziplinären Tumorboard besprochen. So fliessen die Expertise aller beteiligten Fachrichtungen in jede Therapieempfehlung ein.
 

Lungenkrebszentrum allgemein 

Das Lungenkrebs Zentrum am Kantonsspital Graubünden vereint alle Fachbereiche, die für die Diagnostik und Therapie von Lungenkrebserkrankungen notwendig sind. Dies ermöglicht eine rasche Abklärung und eine Behandlung ohne Verzögerungen. Unsere Abläufe sind klar strukturiert, damit Diagnose, Therapieplanung und Nachsorge optimal aufeinander abgestimmt sind. 

Ein zentraler Bestandteil ist das thoraxonkologische Tumorboard, in dem Radiologie, Pneumologie, Pathologie, Chirurgie, Strahlentherapie und Onkologie jeden Fall gemeinsam beurteilen. Dadurch stellen wir sicher, dass jede Therapie medizinisch sinnvoll, leitliniengerecht und individuell angepasst ist. 

Das Zentrum verfügt über besondere Schwerpunkte in der minimal-invasiven Thoraxchirurgie (VATS und RATS – über 80 % der Resektionen bei Lungenkrebs werden roboter-assistiert minimal-invasiv durchgeführt), Immunonkologie, präzisionsmedizinischer Diagnostik und stereotaktischer Strahlentherapie.
 

Lungenkrebs – was ist das 

Lungenkrebs entsteht durch eine unkontrollierte Vermehrung veränderter Zellen im Lungengewebe oder den Atemwegen. Die Erkrankung wird in zwei Hauptgruppen eingeteilt:

Die häufigste Form. Dazu gehören Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome und grosszellige Tumore. Viele dieser Tumore weisen spezifische genetische Veränderungen auf, die heute mit zielgerichteten Therapien behandelt werden können.

Wächst rasch und streut früh. Die Behandlung umfasst Chemo-Immuntherapie und in ausgewählten Situationen Strahlentherapie. 

Andere seltene Tumore wie Karzinoide oder Tumore der Brustwand werden ebenfalls im Zentrum diagnostiziert und behandelt. 

Lungenkrebs entwickelt sich meist über Jahre und verursacht zu Beginn kaum Beschwerden, weshalb eine frühe Diagnose entscheidend ist.

Was bedeutet die Diagnose für mich 

Eine Lungenkrebsdiagnose ist für viele Patientinnen und Patienten ein einschneidendes Erlebnis. Wir legen Wert darauf, dass Sie Ihren Befund, die Prognose und die nächsten Schritte verstehen. 

Wir erläutern Ihnen, welche Untersuchungen noch notwendig sind, was das Tumorstadium bedeutet und welche Behandlungsoptionen realistisch sind. Die Therapieempfehlung basiert immer auf dem Entscheid des Tumorboards und wird Ihnen ausführlich erklärt. 

Ihr persönliches Umfeld, Ihre Wünsche und Ihre Lebenssituation werden bei der Planung berücksichtigt. 
 

Das Gespräch mit dem Arzt

CT-Bilder, PET-CT, Bronchoskopieberichte oder frühere Befunde helfen, die Erkrankung korrekt einzuschätzen. Wir prüfen alle Unterlagen sorgfältig.

Sie können alle Fragen offen ansprechen. Wir erklären verständlich, warum eine bestimmte Behandlung empfohlen wird und welche Alternativen bestehen. Wir berücksichtigen Ihre Anliegen und persönlichen Ziele.

Nach Abschluss der Diagnostik wird Ihr Fall im thoraxonkologischen Tumorboard besprochen. Dort entsteht ein individualisierter, medizinisch fundierter Therapieplan.

Therapieformen 

Die Therapie richtet sich nach Tumorart, Tumorstadium, molekularbiologischen Eigenschaften und dem allgemeinen Gesundheitszustand.

Wenn eine Heilung realistisch ist, kombinieren wir operative Verfahren, moderne Strahlentherapien und systemische Behandlungen. 

Dazu gehören:

  • minimal-invasive Thoraxchirurgie (VATS)
  • stereotaktische Strahlentherapie (SBRT)
  • molekulare Präzisionsmedizin
  • Immuntherapie und zielgerichtete Therapien
  • kombinierte Chemo-Immuntherapien 


Die Auswahl erfolgt nach internationalen Leitlinien und wird individuell angepasst.

Wenn eine Heilung nicht möglich ist, liegt der Fokus auf Tumorkontrolle, Symptomlinderung und Lebensverlängerung bei Erhalt der Lebensqualität.

Dazu gehören:

  • Immuntherapien
  • zielgerichtete Medikamente
  • systemische Therapieformen
  • palliative Strahlentherapie
  • supportive Behandlung (Schmerztherapie, Atemtherapie, Ernährung) 


Moderne Medikamente ermöglichen heute häufig lange Phasen stabiler Erkrankung bei guter Lebensqualität.

Unterstützung und Nachsorge 

Die Behandlung endet nicht mit der Therapie. Wir bieten eine strukturierte Nachsorge, die den Verlauf der Erkrankung und mögliche Spätfolgen überwacht. 

Dazu gehören:

  • regelmässige CT- oder PET-CT-Kontrollen
  • Funktionsdiagnostik der Lunge
  • Beratung bei Atemnot, Fatigue oder psychosozialen Belastungen
  • Tabakentwöhnung
  • Ernährungsberatung
  • Physiotherapie und Rehabilitation
  • Psychoonkologie und Sozialdienst 


Ziel ist es, Rückfälle früh zu erkennen, Beschwerden zu lindern und Sie langfristig zu begleiten.
 

Qualitätsmerkmale und Zertifizierung 

Unser Zentrum arbeitet nach den Vorgaben zertifizierter Krebszentren. 

Dazu gehören:

  • definierte diagnostische und therapeutische Abläufe
  • dokumentierte Qualitätsindikatoren
  • regelmässige Tumorkonferenzen
  • Teilnahme an Tumorregistern
  • externe Qualitätsüberprüfungen
  • standardisierte Patientenpfade 


Damit stellen wir sicher, dass Patientinnen und Patienten eine Versorgung auf höchstem Niveau erhalten.

Weitere Informationen zusammengefasst

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen weltweit. Eine frühe Diagnose und moderne Therapiestrategien verbessern die Prognose erheblich. Die Behandlung erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, was am Kantonsspital Graubünden gewährleistet ist.

Lungenkrebs verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Eine frühe Abklärung von anhaltendem Husten, Atemnot oder unklarem Gewichtsverlust ist wichtig. Bei Risikopersonen kann ein Low-dose-CT sinnvoll sein.

Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen, Passivrauchen, berufliche Belastungen, Radonbelastung und familiäre Häufungen. Auch Umweltfaktoren und chronische Lungenerkrankungen erhöhen das Risiko.

Lungenkrebs entsteht durch genetische Veränderungen in Zellen der Atemwege. Diese Veränderungen können durch Tabakrauch, Schadstoffexposition oder spontane Mutationen ausgelöst werden.

Frühsymptome sind oft unspezifisch. Häufig treten Husten, Atemnot, Brustschmerzen, Gewichtsverlust oder Blutbeimengungen im Auswurf auf. Fortgeschrittene Tumore können Schmerzen oder Infekte verursachen.

Die Diagnose umfasst CT oder PET-CT, Bronchoskopie, Biopsien, molekulare Analysen und Funktionsdiagnostik. Die genaue Einteilung ist entscheidend für die optimale Therapie.

Der Verlauf hängt von Tumorart, Stadium und biologischen Eigenschaften ab. Molekulare Marker, Lymphknotenbefall und Tumorausdehnung bestimmen die Prognose. Eine strukturierte Nachsorge reduziert das Risiko eines Rückfalls.

Interdisziplinäres Ärzteteam

Claudio Caviezel
Chefarzt
Thoraxchirurgie

PD Dr. med. Claudio Caviezel

Michael Mark
Leitender Arzt
Onkologie / Hämatologie

PD Dr. med. Michael Thomas Mark

Gabriela Hässig
Leitende Ärztin
Thoraxchirurgie

Dr. med. Gabriela Hässig

Gabrielo Mauro Tini
Chefarzt
Pneumologie/Schlafmedizin

Dr. med. Gabrielo Mauro Tini

Thomas Mader
Leitender Oberarzt
Ärzte Radio-Onkologie

Dr. med. Thomas Mader

Thomas Böhm
Chefarzt Radiologie und Departementsleiter Institute

PD Dr. med. Thomas Böhm