Fatique-Sprechstunde | Kantonsspital Graubünden

Fatique-Sprechstunde

Wenn eine Erschöpfung in Zusammenhang mit einer Krankheit auftritt spricht man von Fatigue. Diese kann stark ausgeprägt sein und zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Wir bieten eine spezialisierte Sprechstunde für Betroffene mit Fatigue sowie speziell für ME/CFS (verlinken) und Long-Covid.

Wenn sich Betroffene mit Fatigue bei uns vorstellen erfolgt eine internistische Abklärung mit der Frage, welche Krankheit dafür verantwortlich sein könnte. Neben bestimmten Krankheiten, die häufig mit Fatigue einhergehen wie chronische Entzündungskrankheiten oder Tumoren, gibt es auch ME/CFS. Dies ist eine Krankheit mit starker Einschränkung der Lebensqualität, die häufig nach einem viralen Infekt auftritt. Neben der Fatigue kommt es zu Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und vielen weiteren Beschwerden wie Muskel- und Kopfschmerzen, Fiebergefühl und andere. 

Auch bei Long-Covid besteht häufig eine Fatigue neben multiplen weiteren Symptomen wie Schmerzen, Schlafstörungen, Kreislaufproblemen und psychosozialer Belastung.

Nach einem viralen Infekt kommt eine gewisse Müdigkeit häufig vor. Diese kann mehrere Wochen anhalten. In mehr als 90% der Fälle verschwindet sie wieder. Dann bedarf es keiner weiteren Abklärungen.
Bei gewissen Symptomen ist allerdings Vorsicht geboten. Denn es könnte sich um ein postvirales Erschöpfungssyndrom handeln. Bei dieser Erkrankung sind spezielle therapeutische Massnahmen notwendig, um den Übergang in ein chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS) zu verhindern. 

Bei folgenden Beschwerden sind weitergehende Abklärungen wichtig:

  • Verstärkung von Müdigkeit/Unbehagen nach körperlicher oder kognitiver Anstrengung
  • gestörter oder nicht erholsamer Schlaf
  • Konzentrations- oder Gedächtnisschwierigkeiten
  • Kreislaufprobleme
  • wiederkehrend auftretende "grippale" Beschwerden (z.B. Hals- oder Muskelschmerzen, schmerzhafte Lymphknoten)

Die Abklärung und Behandlung unserer Fatigue-Patient:innen erfolgt in einem interdisziplinären und interprofessionellen Team. 
Es erfolgt eine ärztliche Erstuntersuchung inklusive einer Blutentnahme sowie weiteren Tests je nach Situation. Danach erfolgt, falls erforderlich, eine Besprechung an unserem Fatigue-Board mit Spezialisten der Neurologie, (Neuro-)Psychologie, Physiotherapie, Ergotherapie, Psychosomatik und weiteren Spezialist:innen. 
Schliesslich erarbeiten wir ein Behandlungskonzept mit unten aufgeführten Schwerpunkten. Die weitere Betreuung der Betroffenen erfolgt, falls gewünscht, durch unsere Fachspezialistinnen und das ärztliche Team der Medizinschen Poliklinik.
 

Das Behandlungskonzept enthält folgende Schwerpunkte:

  • Ergotherapie zur Erlernung/Umsetzung des Pacings
  • Physiotherapie bei speziell geschulten Therapeutinnen und Therapeuten (eine Verschlechterung der Symptome durch "falsches" Training gilt es dringend zu vermeiden)
  • psychosomatische Behandlung von allfälligen sekundären Folgeerkrankungen (Angststörungen, sekundäre Depression)
  • stationäre Rehabilitation - falls nötig (in einer spezialisierten Klinik)
  • Begleitung und Therapie durch das Team der Medizinischen Poliklinik (in enger Absprache mit den zuweisenden Hausärztinnen und -ärzten) sowie Beratung bezüglich Arbeitsfähigkeit

Wir sind für Sie da

Gregory Fretz
Leitender Arzt
Med. Poliklinik

Dr. med. Gregory Fretz

+41 81 256 72 10
Christina Michaela Caporale
Leitende Ärztin
Neurologie / Pneumologie

Dr. med. Christina Michaela Caporale

+41 81 256 78 41
Patrick Schihin
Leitender Arzt
Pneumologie

Dr. med. Patrick Schihin

+41 81 256 63 51
Antoinette Zweifel-Zehnder
Neuropsychologin
Ärzte Neurologie

Dr. Phil. Antoinette Elizabeth Zweifel-Zehnder

+41 81 256 78 41