Wenn die Luft knapp wird: Internationale Empfehlungen mit Bündner Beteiligung | Kantonsspital Graubünden

Wenn die Luft knapp wird: Internationale Empfehlungen mit Bündner Beteiligung

26. Okt. 2026
Neue internationale Empfehlungen sollen die Behandlung von Menschen mit einem Lungenemphysem verbessern. Mitentwickelt hat sie PD Dr. med. Claudio Caviezel, Chefarzt Thoraxchirurgie am Kantonsspital Graubünden, und Mitglied der multidisziplinären Expertengruppe.

Wer an einem fortgeschrittenen Lungenemphysem leidet, kennt die Einschränkungen: Treppensteigen wird mühsam und die Spaziergänge werden kürzer; kurzum: der Radius im Alltag schrumpft. Medikamente können zwar Symptome lindern, stossen bei stark überblähten Lungen jedoch oft an Grenzen.

Eine internationale Expertengruppe hat nun erstmals gemeinsame Empfehlungen zur interventionellen und chirurgischen Lungenvolumenreduktion veröffentlicht. Beteiligt waren Fachpersonen aus der Thoraxchirurgie, Pneumologie, Radiologie und Physiotherapie. Die Publikation erschien im European Journal for Cardio-Thoracic Surgery. Mitautor ist auch PD Dr. med. Claudio Caviezel, Chefarzt Thoraxchirurgie am Kantonsspital Graubünden.

Weniger ist manchmal mehr

Das Prinzip der Lungenvolumenreduktion klingt zunächst widersprüchlich: Krankhaft überblähte Lungenabschnitte werden verkleinert oder «ausgeschaltet», damit die gesünderen Bereiche wieder effizienter arbeiten können.
Zum Einsatz kommen heute vor allem zwei Verfahren:

  • die endobronchiale Lungenvolumenreduktion mit Ventilen, die über die Bronchien eingesetzt werden
  • die chirurgische Lungenvolumenreduktion, bei der stark geschädigtes Lungengewebe entfernt wird

Welches Verfahren geeignet ist, hängt von der Ausprägung der Erkrankung, der Lungenfunktion und den individuellen Voraussetzungen der Patientin oder des Patienten ab.

Teamarbeit statt Einzelentscheid

Die neuen Empfehlungen schaffen Orientierung in einem Bereich, der komplex ist und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen erfordert. Auch am KSGR werden Patientinnen und Patienten mit Lungenemphysem interdisziplinär beurteilt. Thoraxchirurgie, Pneumologie sowie weitere beteiligte Fachbereiche entscheiden gemeinsam, welche Therapie im Einzelfall den grössten Nutzen verspricht.
Internationale Erfahrung, regional verankert

Für PD Dr. med. Claudio Caviezel gehört die Behandlung des Lungenemphysems seit Jahren zu einem seiner fachlichen Schwerpunkte. Die Mitarbeit an den neuen Empfehlungen unterstreicht die Rolle des KSGR in einem Netzwerk internationaler Spezialistinnen und Spezialisten, die die Behandlung dieser anspruchsvollen Erkrankung weiterentwickeln.