Praktisches KSGR-Wissen in Prozessautomatisierung für die FHGR 10. Juli 2025 Markus Müntener ist am Kantonsspital Graubünden (KSGR) zuständig für die Prozessautomatisierung. Sein praktisches Wissen gibt er nun an Studierende des Moduls «Robotic Process Automation» der Fachhochschule Graubünden weiter. Eine Kooperation, von der beide Seiten profitieren. Bild Robotic Process Automation (RPA) ist eine Technologie, die es ermöglicht, wiederholende und regelbasierte Aufgaben zu automatisieren, die traditionell von Menschen ausgeführt werden. Dies geschieht durch Software-Roboter (auch «Bots» genannt), die mit den bestehenden IT-Systemen und Anwendungen interagieren, um Aufgaben automatisch auszuführen. «Im Prinzip imitiert ein solcher Bot die Klicks und Eingaben von Menschen», erklärt Markus Müntener, Abteilungsleiter Digitale und Technische Entwicklung am KSGR.Viele manuelle Prozesse in einem Spital liessen sich automatisieren: «Zum Beispiel kann RPA dabei helfen, Gesuche für Kostengutsprachen anzulegen, Patientenarmbänder auszudrucken, Daten für die Kodierung zu ermitteln und zu übertragen sowie Labordokumente dem richtigen Fall zuzuordnen», beschreibt Müntener die Einsatzmöglichkeiten und ergänzt: «Zukünftig können dabei auch neue Technologien wie KI, bspw. ein LLM (Large Language Model), eingesetzt werden.» Sprache verstehen und generierenLLM sind spezielle KI-Modelle, die darauf trainiert sind, menschliche Sprache zu verstehen und zu generieren. Dabei nutzen sie oft riesige Datenmengen, um die Feinheiten der Sprache zu lernen. LLM können in einem Spital eingesetzt werden, um beispielsweise eine umfangreiche Krankengeschichte in einen überschaubaren Umfang als Hilfestellung zusammenzufassen – ohne dass dabei relevante Informationen verloren gehen. Praktisches KSGR-Wissen für FHGR-ModulBei Markus Müntener laufen die Fäden der Prozessautomatisierung im KSGR zusammen. Er ist sozusagen der «Herr der automatisierten Prozesse» am KSGR. Sein Wissen rund um RPA gibt er nun im Modul «Robotic Process Automation (RPA)» an der Fachhochschule Graubünden (FHGR) weiter.Die Studierenden des Moduls evaluieren und analysieren ihre eigenen Prozesse, um diese dann zu automatisieren. «Als Externer bin ich im Modul in erster Linie für den praktischen Teil zuständig.» Im ersten Teil des Moduls gehe es darum, die richtigen Prozesse zu identifizieren, die dann automatisiert werden sollen – denn nicht jeder Prozess lasse sich einfach automatisieren. Ist der richtige Prozess identifiziert, wird er dokumentiert – und ganz wichtig: priorisiert. «Lohnt es sich, den Prozess zu automatisieren oder ist der Aufwand zu gross und damit der Return on Investment entsprechend zu klein?» Für die Studierenden sei es natürlich sehr spannend, eigene Prozesse zu analysieren und gegebenenfalls zu automatisieren: «Nach dem Modul können sie die Prozesse natürlich in ihren Unternehmen umsetzen.» Das bringe mehr, als theoretische, fiktive Prozesse anzuschauen. Viele Vorteile: Persönlich, beruflich und für die Talentsuche«Von der Zusammenarbeit profitieren alle Seiten», ist Müntener überzeugt. «Ich selber profitiere ganz für mich persönlich, in dem ich meine didaktischen Fähigkeiten verbessern kann. Da unterstützt mich die FHGR auch sehr.» Das KSGR profitiere davon, Talente in den Studiengängen bereits früh kennenzulernen und mit ihnen in Kontakt treten zu können. Da die Studierenden aus zwei verschiedenen Studiengängen kommen, sei die Bandbreite an Vorwissen enorm gross. «Vom Programmier-Crack bis zum klassischen Einkäufer, der seine Supply-Chain-Prozesse optimieren will, ist alles dabei. Das ist extrem spannend.» So lernen Studierende mit unterschiedlichen Hintergründen in ihrer akademischen Weiterbildung nicht nur etwas über Robotic-Process-Automation und Hyperautomation, sondern auch das KSGR als modernen Arbeitgeber kennen.