Neue Linearbeschleuniger für die Radio-Onkologie 30. März 2026 Seit 100 Tagen leitet Dr. med. univ. Winfried Arnold als Chefarzt die Radio-Onkologie am KSGR. Ein Highlight dieser ersten 100 Tage ist die Anlieferung der neuen Linearbeschleuniger, die mit der Inbetriebnahme des neuen Hauptgebäudes zum Einsatz kommen. Ende März intensiviert sich der ohnehin rege Betrieb auf der Baustelle des neuen Hauptgebäudes des Kantonsspitals Graubünden (KSGR) nochmals: Zwei neue Linearbeschleuniger (engl. Linear Accelerator, kurz Linac) treffen ein. Moderner und besserDen allerersten Linearbeschleuniger erhielt das Kantonsspital Graubünden bereits 1987. Er löste damals das Telekobaltgerät zur Bestrahlung ab. Seither folgten mehrere Gerätegenerationen am KSGR. Doch keine war so präzise und arbeitete so schnell wie die neu eingebauten Geräte der jüngsten Generation.«Wir können den Tumor während der Bestrahlung überwachen und Bewegungen besser ausgleichen. Zudem bestrahlen wir sehr kleine Tumore im Millimeterbereich nun noch präziser», erklärt Dr. med. univ. Winfried Arnold, Chefarzt der Radio-Onkologie. Damit gewährleistet das KSGR die bestmögliche Behandlung bei höchstmöglicher Lebensqualität der Patientinnen und Patienten.Diese profitieren ausserdem von kürzeren Therapiedauern. Auch Hautmarkierungen zur Orientierung sind nicht mehr nötig. «Das System zur Steuerung, besonders im Brust- und Bauchbereich, die aufgrund der Atmung in ständiger Bewegung sind, hat sich stark verbessert», so Arnold. Lieferung und Montage dauern mehrere TageFür die Anlieferung der neuen Linacs ist eine sorgfältige Koordination nötig, wie Marco Montalta, Projektleiter Medizintechnik am KSGR, erklärt: «Die Geräte reisen von den USA nach Deutschland, weiter in die Niederlande und von dort via Basel nach Chur. In Chur übernimmt der Kran eines lokalen Dienstleisters und hebt die Linacs durch eine verschliessbare Öffnung im Boden der Notfallzufahrt ins Gebäudeinnere. Dort kommt dann wieder die Logistikfirma für die erste Montage zum Zug.»Insgesamt dauern Einbringung und Montage vor Ort rund eine Woche. Dann erfolgen Installation und Inbetriebnahme. Anschliessend führt die Medizinphysik des KSGR in Zusammenarbeit mit dem BAG alle Strahlenschutzmessungen, die Kommissionierung und die Qualitätsmessungen durch. Einsatz ab WinterDie neuen Linearbeschleuniger werden ab kommendem Winter in Betrieb sein. Ihre Lebensdauer beträgt rund zehn bis zwölf Jahre. In dieser Zeit können mehrere tausend Patientinnen und Patienten behandelt werden. Linac kurz erklärtEin Linearbeschleuniger erzeugt durch das starke Beschleunigen von Elektronen energiereiche Strahlung, die in der Strahlentherapie eingesetzt wird. Chefarzt Arnold erklärt: «Mit elektrischer Energie erzeugen wir sehr starke Röntgenstrahlen. Diese können wir innerhalb der Maschine mit hoher Präzision formen und steuern.» So lassen sich bösartige Tumore gezielt bestrahlen und abtöten, während das umliegende Gewebe geschont bleibt.