«Ich freue mich enorm auf Olympia» 21. Jan. 2026 Martin Neckar macht am Kantonsspital Graubünden (KSGR) sein Praktikum, um die Berufsmaturität zu erlangen. Der 20-Jährige ist gleichzeitig Goalie des EHC Chur und mit der französischen Nationalmannschaft bei Olympia dabei. Bild Martin Neckar: Praktikant am KSGR, Eishockeygoalie beim EHC Chur, Olympionike für Frankreich. Was verschlägt einen französisch-tschechischen Eishockeygoalie mit berndeutschem Akzent nach Chur?(lacht) Ja, das ist eine lange Geschichte. Ich bin in Frankreich aufgewachsen. Mein Vater ist Tscheche und meine Mutter Französin. Mein Vater hat früher auch Eishockey gespielt. Auch als Torhüter. Ich bin sozusagen in seine Fussstapfen getreten. Mit 13 bin ich nach La Chaux-de-Fonds und habe dort im Nachwuchs gespielt. Mein Vater war im ersten Jahr mit dabei und im Trainerstaff der ersten Mannschaft. Also der Weg von Frankreich in die Schweiz war gemacht. Wie ging es weiter?Nach zwei Jahren haben mich die SCL Tigers verpflichtet. So kam ich ins Berner Oberland. Dort kommt der Berner Dialekt her. Das war mit 14. Seither lebe ich alleine in der Schweiz, habe in Langnau gelebt und in Bern die Wirtschaftsschule gemacht. Für die Berufsmaturität musste ich dann noch einen Praktikumsplatz finden. Einen der es dir erlaubt, neben der Arbeit auch noch weiter deiner vielversprechenden Hockeykarriere nachzugehen.Genau. Normalerweise dauert so ein BMS-Praktikum ein Jahr. Durch meine Hockey-Einsätze musste ich aber einen Platz finden, wo ich das Praktikum auf zwei Jahre und ein Pensum von 50 Prozent aufteilen konnte. Gut. Wie bist du nun aber in Chur und beim KSGR gelandet?Die SCL Tigers haben mich für die Saison 24/25 an den EHC Chur in die Swiss League ausgeliehen, damit ich mehr Spielpraxis sammeln kann. Entsprechend habe ich mir dann auch eine Praktikumsstelle in der Nähe gesucht und sie auch dank Unterstützung meiner Schule in Bern beim KSGR gefunden. Wie bringst du dein HMS-Praktikum und deine Sportlerkarriere unter einen Hut?Das klappt sehr gut. Ich kann hier 50 Prozent arbeiten für meine Berufsmaturität und gleichzeitig weiter an meiner Karriere arbeiten. Es ist wirklich ideal. Dank dem KSGR komme ich beruflich und sportlich weiter. Dafür bin ich sehr dankbar. Bild Martin Neckar Durch deine herausragenden Leistungen beim EHC Chur hast du dir auch einen Platz in der französischen Nationalmannschaft erarbeitet. Es geht auf Olympia zu. Wie hoch sind deine Ziele für Olympia?Wir haben eine sehr, sehr schwierige Gruppe erwischt. Wir spielen gegen die Schweiz, Kanada und Tschechien. Oha – keine einfachen Gegner.Ja, genau. Der Gruppensieg wird für uns nicht ganz einfach (lacht). Nein, Spass beiseite. Ich freue mich enorm auf Olympia und die Spiele gegen einige der besten Mannschaften der Welt. Auch neben dem Eis werde ich sicher viele tolle Eindrücke und Erfahrungen sammeln können. Wie ist die Hierarchie der drei Goalies bei euch im Nationalteam?So wie es im Moment aussieht, werden wir in den Gruppenspielen rotieren. Nach den Gruppenspielen werden wir dann sehen, wer für das erste KO-Spiel im Kasten stehen wird. Coole Perspektiven - und mit dem EHC Chur läufts in dieser Saison bisher ja auch nicht schlecht. Wie fühlst du dich in Chur?Sehr wohl. Wir haben ein super Team und unsere Trainer sind wirklich toll – auch menschlich. Auch Chur, seine Menschen und die Umgebung haben es mir angetan. Ich habe Chur wirklich in mein Herz geschlossen.