«Da sein» in schwierigen Momenten – Das Care Team des KSGR | Kantonsspital Graubünden

«Da sein» in schwierigen Momenten – Das Care Team des KSGR

21. Aug. 2025
Wenn das Leben aus der Bahn gerät, ist das Care Team des Kantonsspitals Graubünden zur Stelle. Mit Empathie, Erfahrung und Fachwissen begleiten die Mitglieder des Teams Patientinnen, Patienten und Angehörige in akuten Krisensituationen – mit viel Herz.

Wenn Menschen im Kantonsspital Graubünden mit belastenden oder potenziell traumatischen Ereignissen konfrontiert werden, ist das Care Team zur Stelle. Es besteht aus sieben erfahrenen Mitarbeitenden mit einem beeindruckenden Erfahrungsschatz – das Durchschnittsalter liegt bei 51 Jahren. Alle Teammitglieder verfügen über eine fundierte Ausbildung in psychosozialer Nothilfe und bringen langjährige Berufserfahrung aus Bereichen wie Pflege, Theologie, Sozialarbeit oder Rettungsdienst mit.

 

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Simon Brügger - Leiter Care Team KSGR
Simon Brügger, Leiter Care Team KSGR

«Unsere Motivation ist es, für Menschen in schwierigen Lebenslagen da zu sein», erklärt Simon Brügger, Leiter des Care Teams. «Wir möchten Betroffene nicht alleine lassen, sondern ihnen helfen, das Erlebte zu verarbeiten und erste Schritte zurück in den Alltag zu finden.»
 

Unterstützung in Ausnahmesituationen

Das Care Team wird immer dann aufgeboten, wenn Patientinnen, Patienten oder Angehörige mit einem potenziell traumatischen Ereignis konfrontiert sind – sei es ein plötzlicher Todesfall, eine schwere Diagnose oder ein belastender Unfall. Die Betroffenen entscheiden selbst, ob sie Unterstützung wünschen. Für Care-Einsätze steht rund um die Uhr jemand zur Verfügung - unter der Woche übernimmt die Seelsorge, am Wochenende das Care Team. Einsätze erfolgen aus dem Pikett, denn die Mitarbeit im Care Team ist keine klassische Anstellung.

Die Hilfe des Teams ist vielfältig: Sie reicht von emotionaler Unterstützung – zuhören, beruhigen, Reaktionen normalisieren – über praktische Hilfe wie Informationsvermittlung bis hin zur sozialen Begleitung. «Wir arbeiten nach Methoden wie dem sogenannten BEI-Modell», so Brügger. «Dabei geht es darum, Bindung herzustellen, die Situation zu explorieren und gezielt zu intervenieren – immer mit dem Ziel, die Handlungsfähigkeit der Betroffenen zu stärken.»
 

Klein, aber wirksam

Die Struktur des Care Teams erlaubt es, flexibel und individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. «Wir nehmen uns so viel Zeit, wie es eben braucht», betont Brügger. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Konfession oder Kultur jemand angehört – das Care Team arbeitet konfessionsneutral und ist für Menschen aller Altersgruppen da.
 

Auch Care-Giver brauchen Care

Die Arbeit im Care Team ist emotional fordernd. Umso wichtiger ist es, dass auch die Teammitglieder gut für sich selbst sorgen. Der Austausch im Team, Rituale, Sport und soziale Kontakte helfen dabei, das Erlebte zu verarbeiten.

Ein wichtiger Gedanke zum Schluss: Care ist nicht nur Sache von Profis. «Auch Menschen ohne spezielle Ausbildung können im privaten Umfeld Care leisten», sagt Brügger. «Oft reicht es schon, einfach da zu sein, zuzuhören und Halt zu geben.»