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Kunst am Bau

Kunst-Projekte

Die Projekte

Die Wettbewerbsgewinner der drei Kunst am Bau-Interventionen für das Grossprojekt stehen fest: Die Jury wählte Not Vital mit seinem Projekt «SCARCH: SCulpture-ARCHitecture» zum Sieger für den Standort Spitalplatz; für die Cafeteria konnte Zilla Leutenegger mit ihrem Projekt «PRIMA CUCINA» überzeugen. Mittels Einladungsverfahren wurde Christian Herdeg zur Gestaltung der drei Innenhöfe ausgewählt.

SCARCH, Not Vital – eine «8», die dem KSGR Glück bringt

«SCARCH: SCulpture-ARCHitecture» ist eine wichtige Gruppe von Projekten in Vitals Schaffen, die Sculpture und Architecture verbindet und sich über die ganze Welt verteilt. Das Werk «SCARCH: SCulpture-ARCHitecture» in Chur fügt sich nahtlos in die Reihe dieser Werke ein. Not Vitals tiefer Verbindung mit seiner Heimat und seiner Reverenz an diesen Ort haben wir es zu verdanken, dass er für das Kantonsspital Graubünden dieses Werk geschaffen hat.
Die begehbare Metall-Skulptur in Form einer «8» verweist auf die Bedeutung dieser Zahl als Glückssymbol in vielen Kulturen und appelliert an die Ewigkeit. Symbolik hat in Vitals Werken eine grosse Bedeutung. So basieren diese oftmals auf numerologischen Erkenntnissen, was Dimensionierungen betrifft. Symbolisch ist für den Besucher auch der Übergang. Man besteigt die «8» über eine Treppe und verlässt sie über eine andere – so wie man krank oder verletzt ins Spital kommt und dieses gesund wieder verlässt.
Das Werk ist begehbar und wirkt unabhängig davon auch als skulpturales Statement für sich ganz alleine.

Entstehung:
Das Werk wurde vom Künstler imaginiert und in enger Zusammenarbeit mit einem Metallbauunternehmen realisiert. Es wurde in sieben Teilen auf den Platz geliefert, vor Ort zusammengeschweisst, lackiert und auf dem bauseitig vorbereiteten Fundament verankert.

Technik:
Metallskulptur, geschweisst, lackiert
Masse: H: 5.5m, B: 8.2m, T: 4m
G: 11.8to

Scarch (Bild: Ralph Feiner)

Scarch (Bild: Ralph Feiner)

Prima Cucina, Zilla Leutenegger – vermittelt Geborgenheit

Schon der Titel «Prima Cucina» spielt mit den zwei Bedeutungen «Beste Küche», die einen hier erwartet, aber auch «Allererste Küche» der Kindheit, an die man zurückerinnert wird. Zilla Leutenegger verknüpft in diesem Werk Elemente ihrer eigenen allerersten Küche mit augenzwinkernden Animationen: die Uhr, welche die aktuelle Zeit anzeigt und ständig läuft. Der Kochtopf, dem von Zeit zu Zeit Dampf entweicht und die rote Lampe über dem Tisch, die an und aus geht. Im Deckenbild findet sich diese rote Lampe wieder. Die Wassermelone ist die «Protagonistin» in Leuteneggers Werk, denn nichts symbolisiert für sie so sehr die Vergänglichkeit der Dinge und die Schönheit des flüchtigen Moments wie ein «süsser, saftiger Schnitz einer Melone».

Der Mix von Sgraffito und Monotypie/Frottage verleiht der Arbeit Dreidimensionalität und erinnert an die Tradition der Sgraffiti-Häuser des Engadins. Die Arbeit weckt Neugierde und vermittelt Geborgenheit. Leuteneggers Werk fügt sich einmalig in die architektonische Sprache von Staufer & Hasler Architekten ein und verbindet den Raum zu einer Einheit.

Entstehung:
Das Werk wurde von der Künstlerin entworfen und gemeinsam mit ihren Arbeitspartnern umgesetzt. Die Sgraffito hat sie eigenhändig in den für sie vorbereiteten noch feuchten Untergrund geritzt. Die Monotypie - das Anbringen der Farbflächen für Melonen und Licht - entstand in Zusammenarbeit mit Thomi Wolfensberger.

Technik:
Wandbild 4 x 12m mit drei animierten GOBO-Lampen
Deckenbild 8 x 8m mit integrierten Leuchtkörpern

Prima Cucina (Bild: Ralph Feiner)

Drei Lichtellipsen, Christian Herdeg – die Magie des Lichts

In den drei Innenhöfen des KSGR realisiert Christian Herdeg drei Ellipsen, eine Urform, welche an die Umlaufbahn von Planeten, die hier ruhig und fast meditativ ihre Runden drehen, erinnert und so Ruhe an den Ort bringt. Die erste Ellipse wurde im Rahmen der ersten Bauphase bereits installiert, die beiden anderen folgen bis 2026 und werden dem zweiten und dritten Innenhof durch je andere geometrische Anordnung sowie unterschiedliche Farbgebung Identität verleihen.

Im Fall vom KSGR wirkt Herdegs Werk besonders gelungen, da Kunst und Architektur in engem Zusammenspiel stehen. Die von den Architekten hochglanzlackierte Decke reflektiert auf wunderbare Art die Farbwirkung der LED. Durch die mannigfaltige Spiegelung multipliziert sich das Werk und bricht aus der Strenge seiner geometrischen Form aus, was ihm eine gewisse Verspieltheit verleiht. Jede neue Perspektive erschliesst wieder neue «Geheimnisse» des Werks – geschichtet und vielfach gespiegelt.

Mit seinen Farbbezeichnungen bringt Christian Herdeg Erinnerungen an Orte in die KSGR-Welt. Das Rot der ersten Ellipse «Uluru» ist der Name der Australischen Ureinwohner für ihr Heiligtum, den Ayers Rock, der im Sonnenschein der Abendsonne genau dieses Rot trägt.

Entstehung:
Die künstlerischen Entwürfe wurden von Christian Herdeg mit einem auf Lichttechnik spezialisierten Unternehmen umgesetzt.

Technik:
Lichtellipse 12.80 x 5m, gebürstete Aluminiumprofile, LED-Lichter, High-Tech-Textilien
G: 180kg

Lichtellipse (Bild: Patricia Hanimann)

Wettbewerb

Wettbewerb

Drei Kunstprojekte für den Neubau SUN

Kunst zeichnet Menschen und ihre Tätigkeiten aus und verleiht Orten einen Mehrwert. Sie stellt Fragen, gibt Impulse und ist für Patienten, Besuchende und Mitarbeitende Orientierungspunkt, emotionale Anregung oder einfach ein kleiner Glücksmoment über das Alltägliche hinaus.

Das Kantonsspital Graubünden hat seit der Eröffnung 1941 immer wieder künstlerische Arbeiten in die verschiedenen Bau- und Entwicklungsphasen integriert. Diese Tradition wurde beim Grossprojekt SUN (Sanierung, Um- und Neubau) weitergeführt.

Bereits in einer frühen Phase wurden zwischen Bauherr und Architekten Orte bezeichnet und baulich vorbereitet um Kunst auf Augenhöhe mit der Architektur zu integrieren. Die drei für Kunst vorgesehenen Orte sind die Lichthöfe, die Cafeteria und der Spitalplatz.

Drei Lichthöfe

Nach einem Einladungsverfahren an drei Kunstschaffende wurde Christian Herdeg von der Jury ausgewählt, ein Projekt einzureichen. Die Realisation der Kunst erfolgte 2019 für den ersten Hof (Bauetappe I) und kommt bis 2026 für die beiden anderen Höfe (Bauetappe II).

drei Ellipsen

Spitalplatz und Cafeteria

Für die beiden anderen Kunstorte wurde ein zweistufiges Verfahren gewählt. Mittels Präqualifikation gingen 35 Bewerbungen für die Cafeteria und 25 für den Spitalplatz ein. Die Jury lud daraus sowie mittels zusätzlicher freier Einladung folgende Kunstschaffende zum Wettbewerb ein:

Cafeteria
Ladina Gaudenz, Zilla Leutenegger, Gaudenz Signorell, Jules Spinatsch, Ester Vonplon, Franz Wanner

Spitalplatz
Mirko Baselgia, Gabriela Gerber / Lukas Bardill, Catrin Lüthi K, Michel Pfister, Not Vital

Am 8. Januar 2019 wurden die Gewinner gewählt: Zilla Leutenegger für die Cafeteria und Not Vital für den Spitalplatz.

Jury

Die Jury für diese Wettbewerbe setzte sich zusammen aus den Fachjuroren Prof. Thomas Hasler (Staufer & Hasler Architekten) und Stephan Kunz (Co-Direktor Bündner Kunstmuseum) sowie den Sachjuroren, u.a. allen Kunstverantwortlichen der einzelnen Standorte des Kantonsspitals, Silke Franzen (Standortverantwortliche Kreuzspital), Sabina Jenni (Standortverantwortliche Hauptstandort), Carole-Anne Schütt (Standortverantwortliche Fontana) sowie Dr. oec. HSG Arnold Bachmann (CEO Kantonsspital Graubünden), Dr. med. Simone Hofer-Strebel (leitende Ärztin Chirurgie), Dr. med. Patrik Vanek (Stv. Chefarzt Intensiv), Dr. iur. Marianne Toller (ehem. Vizepräsidentin VR Kantonsspital Graubünden sowie ehem. Präsidentin Kunstkommission) und Prof. Dr. med. Walter Reinhart (ehem. Chefarzt Innere Medizin), der den Vorsitz der Jury inne hatte. 

v.l.n.r. Walter Reinhart, Michel Pfister, Catrin K. Lüthi, Mirko Baselgia, Lukas Bardill, Thomas Hasler

Walter Reinhart, Michel Pfister, Catrin Lüthi K, Mirko Baselgia, Lukas Bardill, Thomas Hasler (v.l.n.r.) am Modell des Bauprojektes SUN, hinter der Cafeteria am Hauptstandort des Kantonsspitals Graubünden.