Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

Strahlenschutz

Bei der Röntgendiagnostik (Röntgenbilder, Computertomographie) werden ionisierende Strahlen (Röntgenstrahlen) eingesetzt. Dem Nutzen dieser Bestrahlung stehen als Nachteil gegenüber, dass Röntgenstrahlen als krebserregend gelten. Man geht davon aus, dass mit höherer Dosis das Krebsrisiko steigt, daher ist es wichtig, dass nur wirklich notwendige Untersuchungen durchgeführt werden und, dass nur die für die korrekte Diagnose nötigen Körperbereiche abgebildet werden (kein grosszügiges „zur Sicherheit ein bisschen mehr aufs Bild“). 

Zudem müssen die verwendeten Geräte richtig eingestellt werden. Bei modernen Geräten ist - aufgrund neuester Bildberechnungsmethoden (iterative Rekonstruktion) - die computertomographische Untersuchung mit deutlich geringerer Strahlendosis möglich. Das Röntgeninstitut des Kantonsspitals Graubünden verfügt seit Juni 2013 über ein solches modernes Gerät.

Die richtige Geräteeinstellung und die korrekte Benutzung des Scanners werden am Kantonsspital Graubünden ständig überwacht. Dazu kommt eine Dosismanagementsoftware (DoseWatch, Firma GE Healthcare) zum Einsatz.

Dieses System sammelt die Dosisdaten aller gemachten Untersuchungen und löst bei überhöhten Dosen sofort Alarm aus. Im Untersuchungsraum ist ein Monitor aufgestellt, der den Alarm sofort anzeigt. Damit können die Meldungen vom verantwortlichen Team sofort analysiert und die notwendigen Verbesserungen vorgenommen werden.
DoseWatch erlaubt zudem die Bestimmung der durchschnittlichen Dosen aller gemachten Untersuchungen. Ein Team analysiert die Daten regelmässig und vergleicht sie mit den vom Bundesamt für Gesundheit BAG festgelegten, strengen diagnostischen Referenzwerten. 

Mit Hilfe der Software Dosewatch lässt sich mit wenigen Mausclicks, zum Beispiel die für ein Schädel-Computertomogramm (Bsp. Abklärung nach einem Fahrradsturz mit Kopfanprall, etc.), durchschnittlich benötige Strahlendosis berechnen. Die Strahlendosis am Kantonsspital Graubünden beträgt ca. 450mGycm (=1 Millisievert), (Referenzwert BAG für moderne Geräte 600, für ältere Geräte 1000), was etwa einem Viertel der durchschnittlichen Strahlenbelastung einer in der Schweiz wohnhaften Person entspricht. Diese liegt bei ca. 4mSv und setzt sich aus verschiedensten natürlichen (Strahlung aus dem Weltall, von Gesteinen, etc.) und künstlichen (medizinische Diagnostik, Industrie, Reaktor-Unfälle, frühere Atombombenversuche etc.) zusammen. Anhand dieses Beispiels sieht man, dass die Strahlenbelastung von Patienten durch eine mit einem modernen Gerät durchgeführte Computertomographie sehr gering ist.

Neben der korrekten technischen Geräteeinstellung ist auch die gewissenhafte Überprüfung der Indikation (Begründung für die Untersuchung) und das Festlegen eines geeigneten Untersuchungsprotokolls entscheidend, um die angewandte Strahlendosis so tief wie möglich zu halten. Daher werden am Kantonsspital Graubünden alle Untersuchungsanmeldungen vor Eintreffen des Patienten von einem Facharzt überprüft und das korrekte persönliche Protokoll festgelegt. Bei Unklarheiten kann so rechtzeitig mit der zuweisenden Ärztin / dem zuweisenden Arzt Kontakt aufgenommen werden.