Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

Die Schulter

Allgemeine Infos

Das Schultergelenk nimmt wie die Hüfte die Koppelungsfunktion der Extremität an den Rumpf war. Es ist ebenfalls ein Kugelgelenk, wobei die Positionierung des Armes im dreidimensionalen Raum ein grösseres Bewegungsausmass erfordert als dies beim Kugelgelenk der Hüfte der Fall ist. Ermöglicht wird diese grosse Bewegungsamplitude dadurch, dass dem grossen Gelenkskopf eine nur kleine knöcherne Gelenkspfanne gegenüber steht. Die Führung und Zentrierung des Gelenkes obliegt via einem Zusammenspiel von Bändern, Kapsel und kräftiger Muskelmanschette (Rotatorenmanschette). Wird die Belastungsgrenze dieser Strukturen überschritten kann es zu Instabilität und Luxationen kommen. Längerfristige Defizite dieser zentrierenden Funktion begünstigen Abnutzungsschäden und Arthrose.

Die Schulter ist das beweglichste Kugelgelenk des menschlichen Körpers. Im Kantonsspital Graubünden werden seit über zehn Jahren künstliche Schultergelenke eingesetzt. Heute gehört die Klinik für Orthopädie schweizweit zu den spezialisiertesten Kompetenzzentren für Abklärung, Behandlung und Nachbetreuung sämtlicher Schädigungen des Bewegungsapparates.

Künstliches Schultergelenk

Das Schultergelenk ist das Gelenk des Menschen, das den grössten Bewegungsumfang aufweist. Um diese Beweglichkeit zu erreichen, sind spezielle anatomische Strukturen notwendig. 

Die Ursachen einer Schulterarthrose sind vielfältig. Sie kann entstehen durch:

  • grosse und lang andauernde Belastung (z. B. schwere Arbeit über viele Jahre) 
  • instabile Schulter aufgrund einer früheren Verletzung oder schwache Bänder, was immer wieder zu Luxationen (Auskugeln der Schulter) führt
  • unfallbedingte Verletzungen
  • früher erlittene Knochenbrüche mit Beteiligung des Gelenkes
  • Infektionen des Schultergelenkes
  • Rheuma und Durchblutungsstörungen des Knochens


Die Beschwerden an der Schulter beginnen oft schleichend. Arthrose kann grundsätzlich nicht geheilt werden. Die Schmerzen können mit ersten therapeutischen, nicht operativen Massnahmen gelindert werden. Sollten diese Behandlungen keine Besserungen bringen, muss die spezielle Ursache der Arthrose herausgefunden werden. So kann ein möglicher Prothesentyp ermittelt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Broschüre Patienteninformation Künstliches Schultergelenk (PDF)

Verletzungen, Folgeschäden, Krankheitsbilder

Abnützungsbedingte (degenerative) Erkrankungen:

  • Sehnenabnutzung der Rotatorenmanschette / des Bizeps 
  • Knorpelabnutzung (Schultergelenksarthrose) 
  • Schultereckgelenksarthrose (AC-Arthrose)


Unfallchirurgie (Traumatologie) der Schulter:

  • Knochenbrüche am Humeruskopf, Glenoid, Coracoid, Acromion oder Scapula 
  • Luxationen des Schultergelenks (anterior, posterior, inferior, global) 
  • Sehnenabrisse an der Rotatorenmanschette / am Bizeps / am Pectoralis 
  • Luxationen des Schultereckgelenks mit Bandrupturen (Coraco-claviculär) 



Fehlbildungen (Deformitäten):

  • osteo-cartilaginäre Exostosen 
  • instabiles Acromion 



Tumorchirurgie an der Schulter:

  • gutartige Knochentumore 
  • Vorabklärungen und Biopsie, Kooperation mit dem Tumorzentrum der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist, Zürich bei kurativ therapierbaren, bösartigen Tumoren / Metastasen 
  • Behandlung und prothetischer Ersatz bei palliativ bösartigen Tumoren / Metastasen 



Infektionen an der Schulter:

  • septische Arthritis bei haematogener Streuung, nach Infiltration oder vorherigen Operationen 



Revisionschirurgie an der Schulter:

  • Rezidive Sehnenrisse 
  • Rezidive Schulterluxationen 
  • Lockerungen von Prothesen oder Funktionsverlust 
  • nicht- oder fehlverheilte Knochenbrüche (Non- oder Malunion von Frakturen)
  • Frakturen bei implantierten Schulterprothesen 



Diagnostische / Therapeutische Infiltrationen an der Schulter:

  • subacromiale Infiltrationen am AC-Gelenk und Schultergelenk zur Schmerztherapie und/oder Entzündungshemmung 
  • präoperative Abklärung zur Einschätzung der Prognose

Behandlungsspektrum

Abnützungsbedingte (degenerative) Erkrankungen:

  • arthroskopische Nähte, Rekonstruktionen und gegebenenfalls Augmentationen der Rotatorenmanschette 
  • arthroskopische Stabilisation der Bizepssehne 
  • Implantation anatomischer Teil- oder Totalprothesen 
  • Implantation Inverser Totalprothesen 
  • Knochenaufbau des Glenoids


Unfallchirurgie (Traumatologie) der Schulter:

  • Platten-, Schrauben- und/oder Zuggurtungs-Osteosynthesen von Frakturen am Humeruskopf, Acromion oder Coracoid 
  • arthroskopische oder offene Glenoid Osteoynthesen 
  • arthroskopische Kapsel-/Labrum-Rekonstruktion oder Raffung bei Instabilität der Schulter
  • offene Knochenspan-Transfers zum Glenoid bei rezidivierender Instabilität der Schulter
  • Arthroskopisch assistierte Stabilisation des AC-Gelenks (Schulter-Eckgelenk) 
  • Arthroskopische Refixation bei Rotatorenmanschetten-Rissen 
  • Implantationen von anatomischen oder inversen Frakturprothese und Zuggurtung der Tubercula bei osteoporotischen oder Trümmerfrakturen des Humeruskopf



Fehlbildungen (Deformitäten):

  • Abtragungen der osteo-cartilaginären Exostosen gegebenenfalls mit Stabilisation 
  • Zuggurtungen und Verschraubungen bei Os acromiale (Instabilies Acromion)



Tumorchirurgie an der Schulter:

  • Ausräumen und Knochenaufbau von gutartigen Knochentumoren 
  • Biopsien von kurativ therapierbaren bösartigen Tumoren / Metastasen in Kooperation mit dem Tumorzentrum der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist, Zürich
  • Resektionen und Implantationen von Totalprothesen bei palliativen zu behandelnden bösartigen Tumoren / Metastasen



Infektionen an der Schulter:

  • Diagnostik und Bestimmung des Erregers 
  • Arthroskopische oder offene Lavagen und Ausräumungen des Gelenkes 
  • einseitiger oder zweiseitiger Wechsel der Prothese bei Infekten
  • systemische oder orale Antibiosen (in Kooperation mit der Infektiologie des KSGR)



Revisionschirurgie an der Schulter:

  • arthroskopische Re-Rekonstruktion mit Augmentation (Membranverstärkung) von Rezidiv-Rotatorenmanschetten-Rissen 
  • offene Knochenspan-Stabilisation bei anteriorer oder posteriorer Rezidiv-Schulter-Instabilität 
  • Prothesenwechsel bei Lockerung 
  • Wechsel von einer anatomischen auf eine inverse Schulter-Totalprothese bei sekundärer Abnutzung der Rotatorenmanschette
  • Re-Osteosynthese oder Konvertieren auf Frakturprothese bei nicht- oder fehlverheilten Knochenbrüchen des Humerus (Non- oder Malunion von Humerusfrakturen)
  • Platten-, Cerclage-Osteosynthesen oder Prothesenwechsel bei Humerusfrakturen mit liegender Schulterprothese 



Diagnostische / Therapeutische Infiltrationen an der Schulter:

  • AC-Gelenk (Schulter-Eckgelenk) 
  • subacromiale Infiltrationen bei Impingement 
  • intraartikuläre Infiltration zur Diagnostik oder bei Frozen shoulder