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Phytotherapie - Heilpflanzen in der modernen Medizin

Früher und Heute

In allen Kulturen der Welt wurden Pflanzen genutzt um zu Heilen oder die Gesundheit zu erhalten. Das Wissen über die Zubereitung und Verwendung der Heilpflanzen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die traditionelle Pflanzenheilkunde war lange Zeit nicht nur die älteste, sondern oft auch die einzige medizinische Therapie. 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts konnte man Wirkstoffe wie Morphin, Digoxin oder Atropin aus gewissen Pflanzen isolieren. Viele hochpotente Medikamente haben ihren Ursprung in Pflanzen. 1899 gelang es den Wirkstoff der Weidenrinde im Labor nachzubauen. Mit der Acetylsalicylsäure (Aspirin®) kam das erste synthetisch hergestellte Arzneimittel auf den Markt. In der Folge entwickelte sich die Pharmaindustrie, wie wir sie heute kennen.

Während in Gegenden ohne breiten Zugang zu den teuren, synthetisierten Medikamenten weiterhin hauptsächlich Pflanzen als Heilmittel verwendet werden, traten sie in der industrialisierten westlichen Welt in den Hintergrund.

Heute versucht man wieder, von der Natur zu lernen. Heilpflanzen werden nach modernen naturwissenschaftlichen Kriterien untersucht und in Kombination mit der Schulmedizin eingesetzt.

Integrative Medizin

Als Reaktion auf die immer stärkere Technisierung der Medizin einerseits und der Zunahme von chronischen und funktionellen Krankheiten andererseits hat sich die sogenannte Integrative Medizin entwickelt. Ihr Ziel ist es, den Menschen als Ganzes wieder ins Zentrum zu stellen und ihn mit einer sinnvollen Kombination von Verfahren aus konventioneller und komplementärer Medizin zu behandeln.
Dieser Ansatz findet eine zunehmend breite Akzeptanz und zahlreiche Universitäts- und grosse Regionalspitäler haben komplementärmedizinische Abteilungen und engagieren sich in Forschung und Ausbildung.

Verarbeitung und Qualitätsprüfung pflanzlicher Arzneimittel

Die Phytotherapie wird im KVG zwar der Komplementärmedizin zugeordnet aber die pflanzlichen Arzneimittel müssen die gleichen Anforderungen bezüglich Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen wie synthetisch hergestellte Medikamente.

Die Pflanzen werden nach kontrollierten Methoden angebaut, geerntet, verarbeitet und auf ihre Qualität geprüft.

Die Ausgangsstoffe für die Arzneimittel sind Pflanzenteile wie Blüten, Blätter, Samen, Rinden, Wurzeln. Sie werden frisch oder als Aufguss bzw. Tee, Saft, Tinktur, Extrakt, Pulver, ätherische Öle therapeutisch angewendet – oder in Form von Kapseln oder Tabletten verabreicht.

Einsatzgebiet: Chronische funktionelle Beschwerden, ergänzend zur Schulmedizin

Im Gegensatz zu den synthetisch hergestellten Medikamenten die häufig aus nur einem einzigen Wirkstoff bestehen sind pflanzliche Arzneimittel immer Vielstoffgemische. Für die Wirkung ist oft nicht nur ein Inhaltsstoff sondern das Zusammenspiel der Komponenten verantwortlich.
Pflanzliche Arzneimittel haben häufig einen verzögerten Wirkungseintritt, weniger Nebenwirkungen und ein breiteres Anwendungs-Spektrum. Zum Beispiel ist Pfefferminze als Öl wirksam gegen Kopfschmerzen, als Tee zum Einschlafen und gegen Magenbrennen resp. Übelkeit.

Ihre Stärke liegt in der Prävention (z.B. Infektabwehr), bei der Behandlung von funktionellen Beschwerden (z.B. Schlafstörungen) und chronischen Erkrankungen. Gerade wenn Medikamente über einen langen Zeitraum eingenommen werden müssen, sind pflanzliche Mittel häufig gut verträglich. Oft können pflanzliche Arzneimittel die konventionellen Medikamente nicht ersetzen sondern sie sinnvoll ergänzen, darum arbeiten wir in engem Austausch mit Ihrem betreuenden Hausarzt oder Spezialisten.

Wenn Sie interessiert sind, zu erfahren, ob auch für Sie resp. Ihre Beschwerden eine pflanzliche Behandlungsmöglichkeit besteht, sind Sie bei uns richtig. Gerne analysieren wir mit Ihnen die Problematik, die bisherigen Abklärungen resp. Behandlungen und evaluieren, ob es eine wissenschaftlich sinnvolle phytotherapeutische Medikation gibt, die sich zu versuchen lohnt.