Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation
3-dimensionale Darstellung der Handwurzel (Kahnbeinbruch)

3-dimensionale Darstellung der Handwurzel (Kahnbeinbruch)

Muskuloskelettale Bildgebung

Zur Sicherstellung eines hohen Standards in der Diagnostik von Erkrankungen des Bewegungsapparats werden sämtliche Untersuchungsmethoden der muskuloskelettalen Radiologie am Zentralen Röntgeninstitut des Kantonsspital Graubünden durch spezialisierte Radiologen geplant und begutachtet.

Eine Interaktion mit den Patienten und eine enge Zusammenarbeit mit zuweisenden Kollegen aus Unfallchirurgie, Orthopädie und Medizin ist für uns ein wichtiger Baustein zur richtigen Diagnose und damit zur adäquaten Therapie.

Die muskuloskelettale Bildgebung deckt das gesamte Spektrum der Erkrankungen des Bewegungsapparats ab. Dies reicht von akuten oder chronischen Verletzungen mit auch speziellen Fragestellungen der Sporttraumatologie, über die Abklärung der Arthrose und anderen degenerativen Erkrankungen bis hin zur Diagnostik von entzündlichen oder rheumatischen Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und der Begutachtung von Knochen- und Weichgewebstumoren.

Konsiliarische Stellungsnahme
Es besteht die Möglichkeit Fremdaufnahmen konsiliarisch durch subspezialisierte muskuloskelettale Radiologen begutachten zu lassen.

Basisdiagnostik

Die Basisdiagnostik des Bewegungsapparats bildet die Abbildung der Gelenke und der Wirbelsäule mittels klassischer Röntgentechnik. Der Vorteil der Projektionsradiographie liegt in der hochauflösenden Darstellung des Knochens und dem Nachweis von Kalk (Abb.1).

Bild vergrößern

Abb. 1: Projektionsradiographie des rechten Schultergelenks. Einfacher Nachweis eines Kalkdepots (Pfeile) in der Rotatorenmanschette bei einer kalzifizierten Tendinitis.

Je nach klinischem Befund und der Fragestellung ist die Durchführung einer Sonographie, einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRI) notwendig.

Diagnostik mittels Sonographie

Die Sonographie erlaubt auch eine funktionelle Untersuchung der oberflächlich gelegenen Sehnen, Muskeln und Bänder.

Diagnostik mittels Computertomographie (CT)

Die Computertomographie ist durch die Möglichkeit der hochauflösenden, dreidimensionalen Darstellung des Knochens wichtig für die weiterführende  Diagnostik des Skelettsystems (Abb.2).

Bild vergrößern

Abb. 2: Eine häufige Anforderung für die CT ist die genauere Darstellung von Frakturen, wie zum Beispiel des Kahnbeins an der Handwurzel. Die CT als hochauflösendes Schnittbildverfahren erlaubt die Darstellung der Knochen in angepassten Raumebenen (a, b) und als 3-dimensionale Darstellung (c) zur optimalen Planung und Verlaufsbeurteilung der Therapie.

Am Kantonsspital Graubünden wird die neueste CT-Technik verwendet.
Die sogenannte Dual-Energy-CT erlaubt den Nachweis spezifischer Gewebezusammensetzungen, was z. B. in der Detektion der Gichtarthropathie Anwendung findet.

Diagnostik mittels Magnetresonanztomographie (MRI)

Durch einen hohen Weichgewebskontrast erlaubt die Magnetresonanz-tomographie eine exzellente Abbildung von Gelenken zur Beurteilung des Knorpels (Abb. 3), der angrenzenden Sehnen, Menisci und Bänder sowie aller wichtigen Muskeln und peripheren Nerven (Abb. 4-6). 

Bild vergrößern

Abb. 3: MRI des Gelenks zwischen Kniescheibe und Gleitlager am Oberschenkelknochen.
Hochauflösende Darstellung des Gelenkknorpels mit einem modernen 3T-MRI bei einer Patientin mit einer Dysplasie des Gleitlagers (Pfeile).

Bild vergrößern

Abb. 4a: Moderne 3T-MRI des Kniegelenks mit Abbildung der biomechanisch wichtigen Kreuzbänder.
Intakte und reguläre anatomische Abbildung des vorderen(*) und des hinteren (Pfeil) Kreuzbandes.

Bild vergrößern

Abb. 4b: Moderne 3T-MRI des Kniegelenks mit Abbildung der biomechanisch wichtigen Kreuzbänder.
Komplette traumatische Ruptur des vorderen Kreuzbandes (schwarze Pfeile).

Bild vergrößern

Abb. 5: MRI des Kniegelenkes an einem modernen 3T-MRI. Der geschwungene Pfeil markiert einen verlagerten Riss des Innenmeniskus.

Bild vergrößern

Abb. 6: MRI-Befund eines sogenannten Tennisellbogen. Die MRI weist einen inkompletten Riss der Sehnen am Muskelursprung nach.

Auch die Darstellung der Wirbelsäule mit Bandscheibensegmenten und Nervenwurzeln erfolgt üblicherweise in der MRI und wird in Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie durchgeführt. Die Gabe von intravenösem Kontrastmittel ist bei vielen orthopädischen Fragestellungen nicht notwendig, wird aber zur Abklärung entzündlicher Erkrankungen oder Raumforderungen regelhaft eingesetzt (Abb. 7). Darüber hinaus kann die Füllung eines Gelenkes mit Kontrastmittel (Arthrographie, s. u.) die diagnostische Aussagekraft einer Gelenkuntersuchung steigern.

Bild vergrößern

Abb. 7: Hochfeld-MRI des linken Hüftgelenks bei 3T nach Gabe von MR-spezifischem Kontrastmittel.
Es zeigt sich eine entzündliche Veränderung der Schleimbeutel über dem grossen Rollhügel des Oberschenkels.

Arthrographie

Die Arthrographie ist eine Spezialuntersuchung der muskuloskelettalen Radiologie zur hochwertigen Diagnostik der Gelenke die am zentralen Röntgeninstitut des Kantons Graubünden mehrmals täglich durchgeführt wird.
Für viele Fragestellungen wird die Arthrographie in Kombination mit der MRI (Magnetresonanztherapie) am häufigsten am Schulter- oder Hüftgelenk eingesetzt.

Bevor allerdings eine hochauflösende Diagnostik der Gelenke in der MRI oder CT erfolgen kann, wird eine geringe Menge Kontrastmittel, unter sterilen Bedingungen, durch spezialisierte Radiologen in das jeweilige Gelenk appliziert. Je nach Gelenk handelt es sich hier um eine Menge von 1-30 ml.

In einem Gespräch mit dem zuständigen Arzt wird der Patientin / dem Patienten die Vorgehensweise ausführlich erläutert und das Einverständnis eingeholt.

Häufige Indikationen zur Durchführung einer Arthrographie:

Bild vergrößern

Abb. 8: 3T MR-Arthrographie der Schulter. Der Pfeil markiert den kontrastmittelgefüllten Defekt in der  Sehne des Musculus supraspinatus im Sinne einer Teilruptur.

- MR-Arthrographie zur Abklärung der Rotatoremanschette der Schulter (Abb. 8)

Bild vergrößern

Abb. 9: CT-Arthrographie der Schulter. Kontrastmittelgefüllter Gelenkbinnenraum (*) und Nachweis einer sogenannten knöchernen Bankart-Läsion, einem typischen Verletzungsmuster an der Gelenkpfanne nach Schulterluxationen.

- MR- und CT-Arthrographie bei Instabilität des Schultergelenks

Bild vergrößern

Abb. 10: Hochauflösende 3T-MRI zur Darstellung der Handwurzel mit intraartikulärer Kontrastierung.                     

- MR-Arthrographie zur Abklärung von Bandverletzungen des Handgelenks und der Handwurzel (Abb. 10)

Bild vergrößern

Abb. 11: MR-Arthrographie des Kniegelenks nach vorangegangener Meniskusoperation. Die kontrastmittelmarkierte Linie im Innenmeniskushinterhorn (Pfeil) weist den Riss nach.

- MR- oder CT-Arthrographie des Kniegelenks nach vorangegangener Meniskusoperation (Abb. 11)

Bild vergrößern

Abb.12 : CT-Arthrographie des oberen Sprunggelenks zur hochauflösenden Beurteilung des Gelenkknorpels.       

- CT-Arthrographie zur Beurteilung des Gelenkknorpels am oberen Sprunggelenk (Abb. 12)

Weichteilsarkome

Das Kantonsspital Chur ist eines von zwei ausseruniversitären Sarkomzentren in der Schweiz. Die muskuloskelettale Bildgebung ist Teil des sogenannten Sarkomboards, in dem alle Fälle von Weichteilsarkomen interdisziplinär begutachtet werden, um eine bestmögliche Diagnostik und  Therapie für die betroffenen Patienten zu gewährleisten.

Muskuloskelettale Interventionen

In Zusammenarbeit mit der Interventionellen Radiologie werden Gewebeentnahmen am Skelett oder den angrenzenden Weichgeweben vorgenommen.

Je nach Lokalisation wird entweder die Computertomographie oder die Sonographie als unterstützende bildgebende Modalität verwendet um das Biopsiesystem mit minimalem Risiko in die exakte Position zu führen.
In der Regel ist eine lokale Betäubung ausreichend um einen schmerzfreien und ambulant durchführbaren Eingriff zu gewährleisten.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur diagnostischen und therapeutischen Gelenk- oder Schleimbeutelinfiltration mit entzündungshemmenden Medikamenten und unter bildgebender Kontrolle.

Das Osteoidosteom, ein vergleichsweise seltener, gutartiger Knochentumor mit charakteristischem Schmerzprofil kann perkutan unter bildgebender Kontrolle mittels CT durch eine Radiofrequenzablation therapiert werden. Hierzu ist allerdings eine Narkose durch die anästhesiologischen Kollegen notwendig.