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Leistungen Intensivmedizin

Entsprechend des Leistungsauftrages der Regierung des Kantons Graubünden betreibt das Kantonsspital Graubünden (KSGR) eine Intensivstation, die den Auftrag einer erweiterten Grundversorgung beinhaltet. Unsere Intensivstation ist durch die SGI (Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin) und die FMH (Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte) als Weiterbildungsstätte Kat. A (36 Monate) für Ärzte und vom BBT (Bundesamt für Bildung und Technologie) als Nachdiplomstudium HF für Intensivpflege für die Dauer von 24 Monaten anerkannt. Aktuell stehen uns elf Behandlungsplätze für unsere Patientinnen und Patienten zur Verfügung.

Ganzheitliches Behandlungskonzept

Die Intensivstation des Kantonsspitals Graubünden steht für eine qualitativ hochstehende, wirksame, effiziente und umfassende Betreuung aller Patientinnen und Patienten mit akut lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen, bei denen eine medizinische Behandlungsabsicht sinnvoll und möglich ist. Im Zentrum unseres Handelns stehen die fachlich und menschlich kompetente Betreuung sowohl der Patientinnen und Patienten, als auch der Angehörigen. Wir setzen uns für optimierte Behandlungs-prozesse und die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit ein.

Der von uns angestrebte ganzheitliche Behandlungsansatz umfasst die Berücksichtigung ethischer, psychosozialer sowie körperlicher Bedürfnisse jedes einzelnen der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten. Dies unter Einsatz der uns zur Verfügung stehenden fachlichen, technischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Wir haben den Anspruch, für jede Patientin und jeden Patienten eine Abstimmung zwischen persönlicher Wertehaltung und optimaler Behandlung zu finden.

Hochtechnisierter Bereich

Ungefähr jeder fünfte Patient auf unserer Intensivstation muss beatmet werden. Die Tendenz ist aufgrund demographischer Entwicklungen steigend. Die Beatmungstherapie ist eine einschneidende, aber auch eine lebensrettende Behandlungsmöglichkeit bei Atemversagen. Sie ist mit einer Gesichtsmaske möglich (sog. nicht-invasive Beatmung) oder über einen Beatmungsschlauch (sog. invasive Beatmung).

In der Regel benötigen beatmete Patientinnen und Patienten Schlaf- und Schmerzmedikamente. Nach Möglichkeit sind unsere Patienten aber mindestens einmal pro Tag wach. Die Tendenz in der technologischen Entwicklung der Beatmungstherapie geht in Richtung vollständig automatisierter Beatmung. Dadurch wird die Beatmungstherapie noch sicherer und es stehen idealerweise Ressourcen von Ärzten, Ärztinnen und von Pflegefachpersonen für andere Verrichtungen am Patienten zur Verfügung.

Durch eine jahrelange, enge Zusammenarbeit mit der Firma Hamilton Medical im benachbarten Bonaduz stehen uns modernste Beatmungs-geräte für alle Patientinnen und Patienten zur Verfügung.
Neben Beatmungsgeräten werden auf der Intensivstation Verfahren zur Unterstützung von anderen Organsystemen eingesetzt, wie Nierenersatzverfahren (kontinuierliches venovenöse Ultrafiltration), intraaortale Ballonpumpen zur Kreislaufunterstützung oder extrakorporale Dekarboxylierung bei schwerstem Atemversagen.

Im Wissen um die Therapiemöglichkeiten mit diesen High-Tech-Technologien steht für uns aber immer der individuelle Patient als Mensch im Zentrum – versorgt von Menschen, die die Herausforderung zwischen technologisch Machbarem und individuell Wünschbarem Tag für Tag engagiert und professionell annehmen.

Überwachung und Dokumentation

Damit unsere spezialisierten Mitarbeitenden, Ärzte und Pflegenden ihre Arbeit für die uns anvertrauten, schwer kranken Patientinnen und Patienten optimal ausführen können, benötigen sie technische Unterstützung: 

  • sei es für die lückenlose Überwachung der Vitalfunktionen, z.B. des Blutdruckes oder der Herzfrequenz (sog. Monitoring)
  • sei es für die exakte Dosierung von Medikamenten mittels Spritzenpumpen
  • oder für die Behandlung eines Organversagens, z.B. mit einem Beatmungsgerät oder einem Nierenersatzgerät.

 

Die Informatik ist heute aus der Intensivmedizin nicht mehr wegzudenken. Täglich fällt eine grosse Menge an Überwachungs-, Labor- und Patientendaten an. Das PDMS (Patient Data Management System) ist unsere elektronische Patientenakte. Sie erlaubt eine lückenlose, automatische Dokumentation jedes einzelnen Überwachungs- und Laborwertes. Das System gestattet uns zudem, diese Daten jederzeit wieder abrufen zu können. Über Schnittstellen sind wir mit anderen Informationssystemen unseres Spitals verbunden und haben so direkt am Patientenbett jederzeit Zugriff auf alle aktuellen und vormaligen Patientendaten. Alle Zugriffe unterliegen passwort-geschützten, individuellen Zugriffsberechtigungen und unterstehen dem Datenschutzgesetz.

Qualitätssicherung

Qualität ist für uns kein Modewort, sondern Teil unserer Betriebskultur. Seit Jahrzehnten haben wir uns auf unserer Intensivstation der formalen Qualitätssicherung verschrieben.

Die jährliche Überprüfung unserer kontinuierlich erfassten Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erlaubt es uns, unsere tägliche Arbeit sowohl mit unseren eigenen Zielen als auch mit nationalen und internationalen Standards zu vergleichen. Dies versetzt uns in die Lage, uns kontinuierlich zu hinterfragen und zu verbessern. Zudem können wir in gesundheitspolitischen und ökonomischen Diskussionen mit eigenen Daten kompetent argumentieren.

Spezialisiertes Fachpersonal

Auf unserer Intensivstation sind spezialisierte ärztliche und pflegerische Fachkräfte tätig. Sie werden ergänzt durch Fachleute anderer Disziplinen wie z.B. Physio-, Logo- oder Ergotherapeuten, die bedarfsweise das Behandlungsteam verstärken.

Die Abteilung wird durch einen Chefarzt geleitet, unterstützt durch Leitende Ärzte und Oberärzte. Die intensivmedizinischen Fachärzte sind für die medizinische Versorgungsqualität verantwortlich. Das ärztliche Kader wird unterstützt durch Assistenzärzte, die entsprechend ihrem Ausbildungsstand und ihrer Spezialisierungsausrichtung fachlich weitergebildet werden.

Die pflegerische Betreuung erfolgt durch ein spezialisiertes Team von Pflegefachleuten. Die Leitung besteht aus einer Pflegeleitung und ihrer Stellvertretung. Teil des Pflegeteams sind Pflegende, die sich im Rahmen eines Nachdiplomstudiums zu Fachpflegenden Intensivmedizin weiterbilden sowie durch Mitarbeiter Pflege, die wichtige hauswirtschaftliche Aufgaben übernehmen.

Intensivpflege

Pflegeteam Intensivmedizin 2017

Das rund 60-köpfige Pflegeteam der Intensivstation besteht aus Pflegefachleuten, die den Fachausweis in Intensivpflege besitzen. Als erweiterter Teil unseres Pflegeteams sind Studierende tätig, die den praktischen Teil des Nachdiplom-Studiums in Intensivpflege bei uns absolvieren. Abrundend unterstützen uns die Mitarbeitenden Pflege, die sich um die hauswirtschaftlichen Belange kümmern. Das Führungsteam besteht aus der Pflegeleitung, deren Stellvertretung und drei Gruppenleitungen, die das Team fachlich führen.

Im Vordergrund steht die fachliche Betreuung der Patientinnen und Patienten, die sich nach den diagnostischen und therapeutischen Konzepten des intensivmedizinischen Behandlungsteams richtet. Die Bedienung, Kontrolle und Steuerung verschiedener therapeutischer Geräte ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Spezialisierung der Intensivpflege.

In einem Drei-Schicht-System wird die Betreuung rund um die Uhr mit einer hohen Pflegequalität und bestmöglicher Kontinuität gewährleistet. Eine Pflegefachfrau betreut im Normalfall einen bis maximal drei Patienten, abhängig von den pflegerischen Anforderungen, die die gesundheitlichen Einschränkungen der Patienten erfordern.
Die Pflegende ist direkte Ansprechperson für die Angehörigen. Die Pflegenden sind über die gesundheitlichen Aspekte der von ihnen zu betreuenden Patienten jederzeit informiert und können so der Familie Auskunft erteilen. Angehörigengespräche als Informations- oder Standortgespräche finden mit dem behandelnden Ärzte- und Pflegeteam der Intensivstation statt.

Arbeitsgruppen Pflege

Um unsere Pflegequalität halten und stetig verbessern zu können, gibt es im Team sieben Arbeitsgruppen, die sich spezifischen Themen widmen. Die Fachpersonen in den verschiedenen Arbeitsgruppen sind jeweils auch Bindeglied zu den hausinternen Experten.

Arbeitsgruppe Kinästhetics

Die Positionswechsel der liegenden, häufig passiven Patientinnen und Patienten erfordert Kenntnisse in ergonomischen Bewegungsformen. Die AG Kinästhetics implementiert diverse Bewegungsbeispiele für unsere Patienten und Mitarbeitenden, die allen den Alltag erleichtern.

Arbeitsgruppe Wunde

Verschiedene Wundformen erfordern unterschiedliche Behandlungen. Die AG Wundgruppe hält sich auf dem Laufenden über die modernsten Wundbehandlungsformen, testet neue Materialien, wertet diese aus und setzt erforderliche Neuerungen im Team um.

Arbeitsgruppe Aromapflege

Die Aromapflege stellt eine ergänzende und wirkungsvolle Pflegemethode dar, die uns ermöglicht, gezielt auf spezifische Pflegeprobleme und Patientenbedürfnisse zu reagieren. Sie ersetzt keine medizinische Behandlung. Der Einsatz der ätherischen Öle zielt auf die Linderung von Beschwerden sowie auf die Unterstützung der Selbstheilungskräfte des Menschen. Die AG überwacht die zielorientierte Nutzung und Dokumentation dieser Produkte.

Arbeitsgruppe Pflegedokumentation

Die fortlaufende Anpassung der Pflege orientiert sich an den ganzheitlichen Bedürfnissen des Patienten und nennt sich Pflegeprozess. Der Pflegeprozess ermöglicht eine organisierte und individuelle Pflege, die regelmässig überprüft und angepasst wird.

Arbeitsgruppe Basale Stimulation

Die Basale Stimulation ist ein Konzept zur Förderung der Wahrnehmung. Die AG erinnert das Team fortlaufend an die verschiedenen Facetten einer Stimulation und hat das Patiententagebuch eingeführt. Dieses wird durch das Pflegeteam sowie durch nahe Angehörige geführt und hilft den Patienten in der späteren Verarbeitungszeit des Erlebten.

Arbeitsgruppe Hygiene

Die tägliche Arbeitshygiene ist in der Medizin ein grundlegender Baustein. Die Hygiene verhindert zusätzliche Infektionen.

Arbeitsgruppe Palliative Care

Diese Gruppe fokussiert mit ihrer Arbeit auf die Teilaspekte der Angehörigenbegleitung in Krisensituationen, der Sterbebegleitung sowie der Betreuung von Mitgliedern des Behandlungsteams nach kritischen Situationen. Palliative Care hat gegenüber unserer Kernaufgabe, nämlich der kurativen Behandlung unserer Patienten, eine ergänzende Funktion.