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Kinderpolysomnographie (Schlaflabor)

Schlafstörungen oder schlafassoziierte Störungen sind im Kindesalter häufig und werden zunehmend auch als Ursache für beispielsweise Gedeihstörung, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsminderung, sozialem Fehlverhalten, Hyperaktivität, vermehrte Infektanfälligkeit und Herzkreislauferkrankungen erkannt.

Wir führen regelmässig Schlaflaboruntersuchungen bei Kindern aller Altersgruppen (Früh- und Neugeborene, Säuglinge, Kinder und Jugendliche) in einem separaten Raum mit Videoüberwachung auf unserer Kinderintensivstation durch. Dafür steht uns speziell geschultes Personal zur Verfügung.
In der Schlaflaboruntersuchung - Polysomnografie - werden für den Schlaf wichtige Biosignale aufgezeichnet, wie z.B. Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Atemfluss, Körperbewegungen, Hirnströme usw., die eine umfassende Beurteilung des Schlafs und eine Bewertung des Schlafprofils ermöglichen. Bei entsprechender Indikation kann gleichzeitig eine pH Metrie bei Verdacht auf refluxassoziierte Schlafstörungen abgeleitet werden.

Indikationen zur polysomnografischen Schlafuntersuchung können sein:

In der Regel ist für diese Indikationen der „first night effekt“ bei Schlaf in ungewohnter Umgebung nicht von Bedeutung.

  • Schlafbezogene Atemstörungen (Atempausen, Schnarchen, Atemgeräusche)
  • Ursächlich nicht geklärte Symptome wie vermehrte Tagesmüdigkeit, nächtliches Schwitzen, Gedeihstörung
  • Hyperaktivität, Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Labilität, Konzentrationsstörungen
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Unerklärte Zyanoseattacken im Schlaf
  • Anfallsleiden (Epilepsie)
  • Kardiorespiratorische Störungen bei Früh- und Neugeborenen
  • Kraniofaziale Missbildungssyndrome
  • Verdacht auf schlafassoziierte Hypoventilation (Adipositas, progressive Muskelerkrankungen)
  • Abklärung im Zusammenhang mit bedrohlichen Atemereignissen (ALTE acute life threatening event)
  • Indikationsstellung zur Heimmonitorüberwachung, häuslichen Sauerstoff- oder Beatmungstherapie

 

Gemäss der Richtlinie der Arbeitsgruppe Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für
Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) soll im Kindesalter wenn möglich die Schlafdiagnostik stationär erfolgen, da die ambulante Diagnostik bei Kindern im Gegensatz zu Erwachsenen einige Nachteile hat wie zum Beispiel häufige unbemerkte Signalausfälle durch Bewegungsdrang, keine Korrelation von Befunden zum Videoüberwachungsbild, Sicherheitsaspekte bei Säuglingen und Kleinkindern betreffend der Kabelführung, keine Kapnographie, keine direkte Beobachtung / Beurteilung durch geschultes Personal / Arzt nachts bei klinischen Auffälligkeiten (Schwitzen, Atemarbeit, Einziehungen etc.).

Ein- und Durchschlafprobleme sind primär keine Indikation zur stationären Schlaflaboruntersuchung. Sie können zumeist durch Befragung und Führen eines Schlafprotokolls über 3-4 Wochen abgeklärt werden. Bei dieser Fragestellung spielt im Gegensatz zu obiger Indikationsliste das ungewohnte Schlafumfeld eine grosse Rolle, sodass hier unter Umständen eine 2. Nacht im Schlaflabor notwendig ist.