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Kinderanästhesie

Viele spezielle Untersuchungen und operative Eingriffe sind nur unter Narkose (Anästhesie) möglich. Deshalb ist es unser Ziel, Kinder und Eltern in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen und zu betreuen. Eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) schaltet das Bewusstsein und das Schmerzempfinden aus. Ihr Kind befindet sich während der Operation in einem tiefschlafähnlichen Zustand. Die Allgemeinanästhesie schaltet die bewusste Wahrnehmung des Operationsgeschehens und der Schmerzen vollkommen aus.

Vorbereitungen vor der Anästhesie

Im Vorgespräch mit dem Anästhesisten können wir Ihr Kind kennenlernen und mit Ihnen zusammen das bestmögliche Anästhesieverfahren erläutern und Ihre Fragen beantworten. Für einen geplanten operativen Eingriff mit Anästhesie sollte Ihr Kind infektfrei sein.
Falls Ihr Kind Husten, eitrigen Schnupfen oder Fieber hat, sollte eine Operation daher, wenn möglich, verschoben werden. Sollte Ihr Kind eines dieser Symptome aufweisen, bitten wir Sie, sich mit unserem Dienstarzt Anästhesie (Tel. +41 81 256 65 08) oder dem Dienstarzt Pädiatrie (Tel. +41 81 256 64 20) in Verbindung zu setzen.

In der Kinderanästhesie gelten folgende Nüchternheits-Regeln:
Es ist sehr wichtig, dass Ihr Kind nüchtern zur Operation kommt. Hiermit soll der Übertritt von Mageninhalt in die Lunge (Aspiration) während der Anästhesie verhindert werden.

Nüchternzeiten:
2 Std für klare Flüssigkeit (Tee, Wasser)
4 Std für Muttermilch
6 Std für feste Nahrung

Medikamente dürfen nur in Absprache mit dem Anästhesisten eingenommen werden.

Anästhesie-Einleitung

Kinder, die älter als drei Monate sind, bekommen etwa eine halbe Stunde vor Anästhesiebeginn ein Beruhigungsmittel (sog. Prämedikation) als Sirup oder Tablette verabreicht. Dies macht Ihr Kind schläfrig und nimmt Ängste. An den Hautstellen, die sich für das Legen einer Infusion eignen, wird eine Salbe aufgetragen, die die Punktionsstelle örtlich betäubt.

Um den Kindern möglichst keine Schmerzen zu verursachen, wird der Venenzugang, wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, in der Regel erst nach dem Einschlafen gelegt. Das heisst, dass Ihr Kind über einen Maske mit Anästhesiegasen einschläft und erst danach einen Nadelstich bekommt. Bei allen Eingriffen in Narkose ist ein Venenzugang aus Sicherheitsgründen notwendig.

Verfahren der Regionalanästhesie (auch örtliche Betäubungsverfahren respektive Teilnarkosen genannt) sind auch im Kindesalter möglich. Bei bestimmten Eingriffen kann daher zusätzlich zur Allgemeinanästhesie eine Nervenblockade zur Schmerzbehandlung durchgeführt werden. Diese bietet sich z.B. bei Beschneidungen, Leistenbrüchen und Operationen aus dem orthopädischen Fachgebiet an. Die Nervenblockade erfolgt erst, wenn das Kind bereits eingeschlafen ist. Es spürt also nichts von der Punktion.
Vorteile dieser zusätzlichen Nervenblockade sind eine geringere Dosierung von Anästhesiemitteln während der Operation und mehrere Stunden Schmerzfreiheit nach der Operation. Bei grösseren und kooperativen Kindern kann eine örtliche Betäubung auch ohne zusätzliche Allgemeinanästhesie durchgeführt werden.

Anästhesieüberwachung

Während der Operation ist erfahrendes Anästhesiepersonal durchgehend bei Ihrem Kind, steuert die Anästhesietiefe, überwacht die lebensnotwendigen Funktionen und beendet die Anästhesie umgehend nach Ende der Operation.

Aufwachraum

Im Aufwachraum wird Ihr Kind überwacht, bis die Anästhesie abgeklungen ist. Falls noch erforderlich, werden Medikamente zur Schmerzbehandlung verabreicht, damit Ihr Kind schmerzfrei ist. Eine gelegentliche Nebenwirkung nach einer Anästhesie ist Übelkeit. Auch sie kann im Aufwachraum mit wirksamen Medikamenten behandelt werden.

Schmerztherapie

Kinder sollen auch nach der Operation keine Schmerzen ertragen müssen. Für die meisten Eingriffe ist eine konventionelle Schmerztherapie (mit Tabletten / Sirup / Zäpfchen) ausreichend. Für Eingriffe bei stationären Patientinnen und Patienten ist die Schmerztherapie in einem mit den Kinderärzten gemeinsam erstellten Schmerzkonzept geregelt. Wenn starke Schmerzen zu erwarten sind, bieten sich Regionalanästhesien mit einer länger dauernden Teilbetäubung an. Bei Eingriffsorten, wo diese Verfahren nicht möglich sind, setzen wir bei Kindern, die ausreichend kooperativ und alt genug sind, auch Schmerzpumpen (durch die Patientin / den Patienten kontrolliert, sog. PCA) ein.