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Die Hüfte

Allgemeine Infos

Die Hüfte stellt ein zentrales Gelenk in der Gewichts- und Belastungsübertragung dar. Im Wesentlichen nimmt sie diese Funktion als Kugelgelenk wahr. Eine optimale Passform des Gelenkkopfes in der Gelenkpfanne gewährleistet einen Formschluss und damit eine Übertragung grosser Kräfte bei gesicherter Stabilität. Instabilitäten sind entsprechend äusserst selten, häufig dagegen sind Schäden am Gelenkkopf und an der Pfanne durch grosse Kräfte und lange Belastung während des Lebens. Gewisse angeborene Fehlformen im Zusammenspiel von Gelenkskopf und Pfanne (Dysplasie, Offset-Störung etc.) wirken sich entsprechend ungünstig aus auf die Entwicklung von Hüftschäden.

Die Hüfte nimmt als zweitgrösstes Gelenk des menschlichen Körpers eine Schlüsselrolle ein, wenn es um die schmerzfreie und uneingeschränkte Bewegung im Sport oder Alltag geht.

Im Kantonsspital Graubünden werden seit 1964 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Deshalb steht Ihnen an unserer Klinik für hüft- und beckenchirurgische Behandlungen und Eingriffe ein erfahrenes Team zur Seite. Die regelmässige Betreuung von Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen ermöglicht es uns, eine individualisierte umfassende und nachhaltige Behandlung anzubieten. 

Künstliches Hüftgelenk

Der Ersatz des abgenutzten oder funktionsgestörten Hüftgelenks ist der häufigste operative Eingriff im Bereich der Hüft-Chirurgie. Ursachen dafür können vor allem Arthrose sein. Die Beschwerden beginnen meist in der Leiste, man fühlt sich "eingerostet". Im Krankheitsverlauf wird die Gehleistung aufgrund der Schmerzen zusehends geringer. Die Behinderung im Alltag nimmt zu.

Arthrose kann grundsätzlich nicht geheilt werden. Die Schmerzen können mit ersten therapeutischen, nicht operativen Massnahmen gelindert werden. Bei den meisten Patientinnen und Patienten sind die Knorpelflächen jedoch derart abgenutzt, dass mit der Ärztin oder dem Arzt eine Operation besprochen werden sollte.

Bei der Operation muss grundsätzlich ein Ersatz beider Gelenkflächen durchgeführt werden, d.h. sowohl Gelenkskopf wie auch Gelenkspfanne müssen durch eine neue und künstliche Gelenksfläche ersetzt werden. Diese Gelenkspartner müssen stabil im Knochen verankert werden, sei es durch zementierte oder unzementierte Fixation. Zu berücksichtigen sind anatomische Grössen- und Winkelverhältnisse, wofür vor der Operation aufgrund der Röntgenbildgebung eine exakte digitale Planung mittels Computer erfolgt. Hierbei werden die optimalen Implantatdesigns und auch -grössen gewählt um der jeweiligen individuellen Anatomie gerecht zu werden.

Nach der Planung erfolgt die Operation, wobei wir verschiedene Standartzugänge, insbesondere auch Mini-Zugänge und Minimalinvasive-Zugänge zur Hüfte benutzen. Die optimale Darstellung ist hierbei für eine möglichst sichere Operation essentiell. Durch verschiedene Arbeitsschritte werden dann die Verankerungslager für das Pfannenimplantat und auch das Schaftimplantat vorbereitet und die entsprechenden, geplanten Implantate, sei es zementiert oder unzementiert, eingesetzt. Auf diese metallischen Verankerungsteile wird dann die jeweilige Gelenksfläche ein- respektive aufgesetzt und anschliessend die Gelenkmechanik geprüft. Sofern hier eine optimale Situation gesichert ist, kann die Operation durch den Verschluss der Weichteile abgeschlossen werden.

Die Operation dauert rund 1½ bis 2 Stunden. Nach der Operation beginnt der Patient mit physiotherapeutischer Unterstützung, Bewegung und sicheren Gang zu trainieren, allenfalls bedarf es hierzu einer zusätzlichen stationären Rehabilitation.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Broschüre Patienteninformation Künstliches Hüftgelenk (PDF)

Verletzungen, Folgeschäden, Krankheitsbilder

Folgende Verletzungen und Krankheitsbilder können bei der Hüfte auftreten:


Abnützungsbedingte (degenerative) Erkrankungen:

  • Hüft-Arthrosen (primär oder als Folge vorgängiger Hüftleiden) 


Unfallchirurgie (Traumatologie) der Hüfte:

  • Hüftgelenksnahe Frakturen 
  • Schenkelhalsbrüche 
  • posttraumatische Hüftprobleme 
  • Femurkopf-Nekrosen


Fehlbildungen (Deformitäten):

  • angeborene und erworbene Fehlstellungen 
  • Dysplasien 
  • Hüft-Impingemente 
  • Offset-Störungen 
  • Labrum-Läsionen / Labrum-Risse


Infektionen der Hüfte:

  • Gelenksinfektionen
  • Infekte nach Eingriffen/Gelenkprothesen


Revisionschirurgie an der Hüfte:

  • Probleme nach Implantation einer Hüftprothese
  • Lockerungen
  • infizierte Gelenkprothesen

Behandlungsspektrum

Wir bieten eine hochspezialisierte Hüft- und Beckenchirurgie an für:

  • Osteosynthesen, Revisionsosteosynthesen 
  • Korrekturosteotomien femoral, Achsenkorrekturen 
  • Minimal-invasive und arthroskopische Hüfteingriffe, Biopsien 
  • Schenkelhalskorrektur, Labrumrefixation 
  • Hüftprothetik inkl. Revisionschirurgie, Wechseloperationen 
  • Infektsanierung