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Der Wettbewerb

Das Kantonsspital Graubünden plant die Sanierung, den Neu- und Umbau seiner Gebäude für die nächsten Jahre. In einem entsprechenden Projektwettbewerb wurde das Projekt "By Pass" von Staufer & Hasler Architekten AG aus Frauenfeld zum Sieger gekürt. Aus diesem Siegerprojekt entsteht nach einer Überarbeitung das Bauprojekt.

Am Montag, 16. Juni 2008, hat das Kantonsspital Graubünden (KSGR) die Sieger des Projektwettbewerbs für die Sanierung, den Umbau und die Erweiterung des Spitals bekannt gegeben. Sieger ist das Projekt "By Pass" von Staufer & Hasler Architekten AG aus Frauenfeld. Die Jury, bestehend aus einem Sach- und einem Fach-Gremium, hat sich in zwei Etappen für dieses Projekt entschieden. Staufer & Hasler Architekten AG waren bereits in Chur tätig, sie haben den Neubau des Stadthauses und Medienzentrums von Radio e Televisiun Rumantscha in Chur realisiert.

Betrieblich bestechende Situation

Das Projekt besticht durch die Anordnung wesentlicher Bereiche auf lediglich zwei Ebenen. Die grossflächige Anlage und innere Organisation der Ebenen 0 und 01 (heutiger Hauptlevel des Haupteingangs sowie das nächste Untergeschoss) sind für den Spitalbetrieb sehr wertvoll. Es wird eine betrieblich sehr sinnvolle Situation mit direkter Verbindung auf einer Ebene von hoch installierten Bereichen wie Röntgeninstitut, MRI, CT mit der Notfallstation, Operations-Säle, Kinder- und Erwachsenen-Intensivstationen, Herzkatheterlabor, etc. Trotz der grossen zusammenhängenden Nutzungsfläche schaffen dabei räumliche Einschnitte und Höfe angenehme und gut belichtete Bedingungen für die Arbeitsplätze. Das Projekt überzeugt auch durch seine städtebauliche Neudefinition sowie der Neuorientierung der Erschliessung und der Eingänge.

"By Pass" verlegt Haupteingang

Durch die Verlegung des Haupteingangs an die Loëstrasse schafft das Projekt eine grundsätzlich neue Ausgangslage für die gesamte Spitalanlage. Staufer & Hasler setzen diese neue Situation organisatorisch und betrieblich wie städtebaulich und architektonisch konsequent um. Einerseits durch die bauliche Entwicklung der Anlage zur Loëstrasse hin und andererseits durch die parallel zum Haus D gestaffelte Position des neuen Bettenhauses. Die neue Lage des Hauptzugangs an der Loëstrasse wird für die langfristige Entwicklungsperspektive des Spitals besonders positiv bewertet.

Intensiver Wettbewerbsprozess

Im Oktober 2007 wurde der offene Projektwettbewerb öffentlich ausgeschrieben. Auf diese Ausschreibung hin haben sich 45 Planerteams aus Graubünden, der Schweiz und Europa zur Teilnahme angemeldet. Schlussendlich lagen 27 Wettbewerbsbeiträge während der Monate April und Mai der Jury unter dem Vorsitz von Hermann Just (lic. jur.), Präsident der Bauplanungskommission sowie Mitglied des Verwaltungsrats des Kantonsspitals Graubünden, zur Beurteilung vor. In zwei mehrtägigen Runden wurde das Siegerprojekt "By Pass" von der Jury bestimmt.

Umfassende Vorgaben

Die räumliche Integration des Standorts Kreuzspital in den Hauptstandort Kantonsspital, unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung der medizinischen Dienstleistungen am KSGR, erfordern die zukünftigen Erweiterungs- und Umbauten an den bestehenden Gebäuden. Folgenden Vorgaben wurde im Projektwettbewerb Rechnung getragen:

  • Nachhaltige Lösung bezüglich Investitions- und insbesondere Betriebskosten, um qualitativ hoch stehende, wirksame und wirtschaftliche Leistungen im Gesundheitswesen erbringen zu können.
  • Nachhaltige Anordnung der Betriebsstellen im Hinblick auf rationelle, patientenfreundliche Betriebsabläufe.
  • Realisierbarkeit in Etappen unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs und mit möglichst geringem Aufwand für Bauprovisorien.
  • Umfassende, qualitativ hoch stehende architektonische Lösung für die notwendigen Erweiterungs- und Umbauten.

Entscheid für offenes Verfahren

Nachdem anfänglich beabsichtigt war, ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren mit einer Präqualifikation durchzuführen, entschied sich die Bauplanungskommission dazu, einen einstufigen, anonymen Projektwettbewerb im offenen Verfahren durchzuführen. Der Entscheid erfolgte auf Grund der Überlegung, dass damit eine grössere Auswahl von Projektvorschlägen möglich wurde. Man war sich bewusst, dass damit ein grösserer Aufwand in der Jurierung einhergehen wird, was auf Grund der erwarteten Vorteile in Kauf genommen wurde. Das Ergebnis des Wettbewerbes zeigt nun auch, dass der Entscheid richtig war, gingen doch mit 27 Wettbewerbsbeiträge zahlreiche interessante Lösungsvorschläge mit einer Vielzahl von originellen Detailideen ein.

Umgang mit der Geschichte

Immer wieder ein Thema war der Umgang mit dem Altbau der Architekten Fred G. Brun und Rudolf Gaberel aus der Zeit von 1938 bis 1941. Der so genannte Brun-Gaberel-Bau (Haus A) gilt als das grösste Werk aus der Epoche des neuen Bauens in Chur und wurde als sehr wichtiger Zeuge dieser Zeit bezeichnet. Aufgrund der diversen Veränderungen im Laufe der Zeit und auch der Erweiterungsbauten wurde die Bedeutung aber nicht als derart gross eingestuft, als dass der Altbau zwingend zu erhalten gewesen wäre. Die zuständigen Stellen erachteten eine Erhaltung des Baues nur dann als notwendig, wenn dieser betrieblich, räumlich und gestalterisch sinnvoll als Teil einer gesamteinheitlichen Spitalanlage erhalten werden kann.

Finanzierung aus eigener Kraft

Die Bauvorhaben am Kantonsspital Graubünden werden über die nächsten Jahre etappiert. Ebenso wird die Finanzierung etappiert erfolgen. Sinnvoll ist es, rund die Hälfte der zur Verfügung stehenden Investitionsbeiträge während ungefähr 25-33 Jahren für Bauvorhaben einzusetzen (die andere Hälfte wird benötigt für medizinaltechnische Grossgeräte, Informatik, Spitaltechnik und diverse Kleingeräte). Die Finanzierung aus eigener Kraft ist teilweise abhängig von den anstehenden Veränderungen in der Spitalfinanzierung in den nächsten Jahren (Bündner Finanzausgleich Kanton/Gemeinden 2010, Einführung SWISS-DRG 2012). Die Finanzierung aus eigener Kraft kann somit heute noch nicht bestätigt werden.

Kostenschätzung schwierig

Die Bauvorhaben am Kantonsspital Graubünden werden über die nächsten Jahre etappiert. Ebenso wird die Finanzierung etappiert erfolgen. Sinnvoll ist es, rund die Hälfte der zur Verfügung stehenden Investitionsbeiträge während ungefähr 25-33 Jahren für Bauvorhaben einzusetzen (die andere Hälfte wird benötigt für medizinaltechnische Grossgeräte, Informatik, Spitaltechnik und diverse Kleingeräte). Die Finanzierung aus eigener Kraft ist teilweise abhängig von den anstehenden Veränderungen in der Spitalfinanzierung in den nächsten Jahren (Bündner Finanzausgleich Kanton/Gemeinden 2010, Einführung SWISS-DRG 2012). Die Finanzierung aus eigener Kraft kann somit heute noch nicht bestätigt werden.

Jury

Sachpreisrichter

  • Just Hermann Vorsitz Preisgericht, Verwaltungsrat KSGR
  • Dr. Bachmann Arnold Vorsitzender Geschäftsleitung KSGR
  • Prof. Dr. Furrer Markus Geschäftsleitung KSGR, Chefarzt und Leiter Dep. Chirurgie
  • Prof. Dr. Reinhart Walter Geschäftsleitung KSGR, Chefarzt und Leiter Dep. Medizin
  • Limacher Heinrich H. Limacher Partner AG, Zürich


Ersatz Sachpreisrichter

  • Daniel Derungs Geschäftsleitung KSGR, Leiter Dep. Services


Fachpreisrichter

  • Caratsch Marie-Theres Kantonsarchitektin, Hochbauamt Kt. Basel-Landschaft
  • Casty Ernst Spitalarchitekt KSGR
  • De Montmollin Stephane Architekt EPF/SIA/FAS, Basel
  • Dünner Markus Kantonsbaumeister, Hochbauamt Graubünden, Chur
  • Fugazza Heinz Architekt ETH/SIA, Wettingen
  • Theus Tilla Architektin ETH/SIA/BSA, Zürich


Ersatz Fachpreisrichter

  • Ragettli Jürg Präsident Bündner Heimatschutz


Beratende Experten

  • Dr. Immler Ulrich Präsident Stiftung und Verwaltungsrat KSGR
  • Tremp Roland Stadtrat Chur
  • Ammann Adrian Leiter Spitaltechnik KSGR
  • Bentivegna Jeannine Leiterin Gastronomie KSGR
  • Berchtold Regula Pflegeleitung Chirurgie Standort Kreuzspital, KSGR
  • Werner-Camastral Heidi Leiterin Grossprojekte KSGR