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Adoleszentenmedizin / Jugendgynäkologie

Manche sehnen das Erwachsenwerden herbei, manche möchten es noch ein bisschen aufschieben.

Die Adoleszenz - die Zeit zwischen Kind- und Erwachsensein - und die Pubertät sind spannend, bringen aber viele Fragen und manche Probleme mit sich.
Jungen oder Mädchen, alles rund um Sexualität, Alkohol, Zigaretten, Drogen und vieles mehr werden interessant. Der eigene Körper verändert sich. Aber ist das so normal? Was kann man gegen Pickel, Gewichtsprobleme, Müdigkeit tun? Ärger, Wut, Traurigkeit machen das Leben schwer. Eltern, Lehrer und sogar Freunde nerven.

Weil Jugendliche oft nicht mit ihren Eltern oder dem Arzt der Familie reden möchten, bieten wir eine Sprechstunde in Adoleszentenmedizin an. Die Wahrung des Patientengeheimnisses gehört zur Adoleszentensprechstunde wie zu jeder anderen ärztlichen Konsultation auch. Die zuständigen Ärzte sind verpflichtet, die ihnen anvertrauten Fragen und Probleme vertraulich zu behandeln, auch den Eltern gegenüber, dürfen Informationen nur dann weiter geben werden, wenn die Jugendlichen dies gestatten. (Ausnahme: Eigen- und Fremdgefährdung). Anmelden kann man sich unter der Tel. 081 256 60 41.

Auf dem Ambulatorium ist auch viel schriftliches Informationsmaterial über Fragen, die mit der Pubertät zusammen hängen, erhältlich, teilweise auch in verschiedenen Sprachen.

Für Mädchen...

Die Gründe für eine Vorstellung in der jugendgynäkologischen Sprechstunde können sehr vielfältig sein. Heranwachsende Mädchen / Adoleszente können unter Infektionen im Genitalbereich leiden oder sich dort Verletzungen zugezogen haben. Häufig leiden die Mädchen auch unter Schmerzen oder Brennen im Genitalbereich. Auch unregelmässige, auffällige Menstruationszyklen mit z.B. übermässig starken Blutungen oder starken Schmerzen während der Menstruation können vorkommen.
Die Mädchen können Fragen zur Periode und Sexualität sowie zur optimalen Verhütung stellen und sich über den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten beraten lassen. Wenn es notwendig ist, werden bei uns auch frauenärztliche Untersuchungen durchgeführt.

Wann ist eine Konsultation in der jugendgynäkologischen Sprechstunde sinnvoll:

  • Störungen des Menstruationszyklus
  • Blutungsstörungen
  • Regelschmerzen
  • Ausbleiben der Regel
  • Infektionen im Genitalbereich
  • Pubertätsentwicklungs-Probleme
  • Verspätete Pubertätsentwicklung
  • Verhütungsberatung
  • Hormonstörungen
  • Zyklusstörungen
  • Fehlbildungen im inneren und äusseren Genitale
  • Veränderungen der Brust
  • Fragen nach der HPV-Impfung

Für Jungs...

Anders als weibliche Jugendliche, die z.B. über eine gynäkologische Erst-Konsultation oft einen ärztlichen Kontakt und damit die Gelegenheit haben, sich über relevante Themen wie Verhütung, Schutz vor sexuell übertragenen Erkrankungen, Impfungen und allgemeine Gesundheitsaspekte zu informieren, finden männliche Jugendliche deutlich seltener den Weg zum Arzt. Die Wahrscheinlichkeit, in eine Versorgungslücke zu fallen, ist für sie grösser als für ihre gleichaltrigen weiblichen Kolleginnen. Sie werden mit ihrem im Geschlechtsvergleich höheren Risiko für z.B. Substanzen-Missbrauch, Internet-Sucht, sexuell übertragene Erkrankungen oder allgemein risikoreichem Verhalten („risk-taking behaviour“) eher allein gelassen. Zudem haben auch männliche Jugendliche Unsicherheiten bezüglich z.B. ihrer körperlichen und sexuellen Entwicklung („Sind Aufbau–Präparate beim Body-Building ungesund?“ „Ist mein Penis normal gross?“; „Macht mich onanieren krank?“). Die Adoleszentensprechstunde am Kantonsspital Graubünden soll für die männlichen Jugendlichen, die für ihre alters-typischen Sorgen und Fragen keinen anderen Ansprechpartner finden, ein Auffangnetz darstellen.