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Unsere Leistungen

Kinderintensivstation

Die Kinderintensivstation im Kantonsspital Graubünden ist eine Intensivstation, in der die Neonatologie und die Pädiatrische Intensivmedizin im Verbund miteinander betrieben werden. Die Räumlichkeiten der Kinderintensivstation wurden in den Jahren 2006/2007 technisch adaptiert und erweitert und umfassen jetzt 5 geräumige Zimmer und eine zentrale Überwachungseinheit.

  

   

Neonatologie

Neonatologie ist die Medizin für gesunde und kranke Neugeborene, sowohl für Frühgeborene als auch für Neugeborene am Termin. Frühgeborene sind Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren werden.

Im Kantonsspital Graubünden umfasst die Neonatologie die kinderärztliche Betreuung in der Frauen- und Geburtsklinik Fontana und die stationäre Betreuung auf der Kinderintensivstation. Das Kantonsspital Graubünden ist Zentrumsspital für perinatologische Probleme, d.h. Probleme rund um die Geburt, und daher entbinden viele Risiko-Schwangere aus dem Kanton und den angrenzenden Regionen im Departement für Geburtshilfe in der Frauenklinik Fontana. Durch den Fortschritt der Medizin und der Pflege steht für die Betreuung der Neugeborenen ein weites Spektrum an Überwachungs- und Behandlungsmassnahmen zur Verfügung.

Die gesunden Neugeborenen, die am Termin zur Welt kamen, erhalten am 1. Lebenstag eine erste Untersuchung durch den Kinderarzt. Während der Zeit des Wochenbettes werden täglich bei Mutter und Kind Visiten durch einen Kinderarzt durchgeführt, um allfällige Probleme rechtzeitig zu erkennen und geeignete Massnahmen zu ergreifen, z.B. wenn eine Gelbsuch bei einem Neugeborenen auftritt, oder wenn es übermässig an Gewicht verliert. Wir bemühen uns, kleinere Probleme auf der Wochenbettstation zu lösen, damit die Babies in der Nähe ihrer Mütter verbleiben können. Vor dem Spitalsaustritt wird jedes Neugeborene durch den Kinderfacharzt nochmals untersucht, und die Eltern erhalten die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch. Ausserdem werden für alle Kinder Hörprüfungen und Hüft-Ultraschall-Untersuchungen angeboten.

Bei kranken Neugeborenen kann der Grund einer Aufnahme auf die Kinderintensivstation eine vorübergehende Störungen sein, z.B. milde Probleme der Atmung oder Schwierigkeiten, den Blutzucker stabil zu halten. Diese Kinder können öfters nach kurzem Aufenthalt zu ihren Müttern in die Frauenklinik oder in ihre auswärtige Geburtsabteilung zurückverlegt werden. Es gibt aber auch die schwer kranken Neugeborenen, die ernsthafte Probleme zeigen, z.B. eine schwere Infektion entwickeln. Bei diesen Kindern ist es für eine gute Behandlung unerlässlich, dass sie möglichst rasch auf die Intensivstation des Departements für Kinder- und Jugendmedizin (KIPS) verlegt werden. Sie werden vom neonatologischen Team meist schon im Gebärsaal der Frauenklinik Fontana übernommen und betreut, oder sie werden von unserer Transportequipe aus den zuweisenden Spitälern abgeholt. Mit modernen Behandlungsmethoden (z. B. Hochfrequenzoszillation, NO-Beatmung, Hypothermie zur Prävention von Hirnschäden) bekommen sie die nötige Unterstützung.

Frühgeborene haben auch ohne Erkrankung allein aufgrund der Unreife der Organe oft Probleme mit der Atmung, der Verdauung und der Kreislaufstabilität. Die Behandlung erfordert dann eine künstliche Beatmung, Infusionen, eine künstliche Ernährung und eine medikamentöse Kreislaufunterstützung. Durch das geringe Körpergewicht können Frühgeborene meist die Körpertemperatur nicht selbst aufrecht halten, so dass sie in so genannten Inkubatoren (Brutkästen) oder Wärmebettchen versorgt werden müssen.

Wichtig ist unserem Team dabei, dass eine Atmosphäre geschaffen wird, in der sich Kinder und Eltern wohl fühlen können, und in der die Eltern intensiv in die Betreuung und Pflege ihres Früh- oder Neugeborenen mit einbezogen werden. So ist z.B. das "Känguruhn" eine viel verwendete Methode, bei der die Eltern möglichst bald ihr neugeborenes Kind auf die nackte Brust gelegt bekommen und so mit ihm "kuscheln" können. Dieser Körperkontakt und die Bindung an die Eltern haben einen hohen Stellenwert. Ausserdem ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass alle medizinischen und pflegerischen Massnahmen für die Kinder so schonend und schmerzfrei wie möglich durchgeführt werden.

Der Leistungsauftrag für unser neonatologisches Team beinhaltet auch den Transport von Neugeborenen auf der Strasse oder mit dem Helikopter, wenn kranke Neugeborene oder Frühgeborene von auswärtigen Spitälern auf unsere Kinderintensivstation verlegt werden müssen. Die Kinder erhalten nach dem Eintreffen unseres Teams zur Vorbereitung stabilisierende Erstmassnahmen, damit während des Transports eine hohe Sicherheit gewährleistet ist.

Die Aufgaben unserer Neonatologie sind also sehr vielfältig und erfordern neben dem notwendigen neonatologischen Fachwissen und der manuellen Geschicklichkeit auch viel Engagement und Einfühlungsvermögen.

 

Pädiatrische Intensivmedizin

Die Pädiatrische Intensivmedizin nimmt sich lebensbedrohlich kranker und schwerkranker Kinder jenseits des Neugeborenenalters bis zum Alter von 18 Jahren an.

Die Hauptaufgaben der Pädiatrischen Intensivmedizin sind die Überwachung und Behandlung der Patienten mit folgenden Krankheitsbildern:

  • drohendes oder manifestes Organversagen 
  • schwere Unfälle mit z.B. Kopfverletzungen, Milzriss usw.
  • Vergiftungen 
  • Ertrinkungsunfälle 
  • schwere Infektionen
  • schwere Asthma-Anfälle 
  • weitere Erkrankungen, die lebensbedrohlich werden können

Besonderheiten im Kantonsspital Graubünden sind die grosse Zahl an Patienten nach Unfällen beim Wintersport und die häufigen Fälle von hämolytisch-urämischem Syndrom (spezielle Form des Nierenversagens).

Für die Behandlung steht ein modernes Equipment mit neuen Beatmungsgeräten, NO-Applikationsgeräten und Nieren-Ersatzverfahren zur Verfügung. Zur Therapie von Schmerzen und Unruhezuständen wurden standardisierte Behandlungskonzepte eingeführt, die wir laufend an die individuellen Bedürfnisse der Patienten anpassen.

Die Zusammenarbeit mit allgemeinen und spezialisierten Chirurgen, mit Anästhesisten und auch Spezialisten der Inneren Medizin ermöglicht eine umfassende Versorgung der Patienten. Bei Schwerverletzten beginnt unser Einsatz im Schockraum gemeinsam mit den Ärzten/Ärztinnen der Anästhesie und Chirurgie.

Eine grosszügige Regelung der Besuchszeiten auf der Pädiatrischen Intensivstation soll die Kinder bei der Genesung unterstützen und den Eltern helfen, die meist überraschend eingetretene, besondere familiäre Belastung leichter zu bewältigen.

 

Wissenschaftliche Themenschwerpunkte

  • Säure-Basen-Haushalt / balancierte Infusionslösungen
  • Spätfolgen nach traumatischer Ruptur von Milz, Leber oder Nieren