Ablauf der Bestrahlung
Nach Abschluss der Planungsphase kann nun mit der eigentlichen Radiotherapie begonnen werden. Vor der ersten Bestrahlung werden die Berechnungsdaten vom Planungssystem über eine Datenleitung zum Linearbeschleuniger geschickt oder von den MTRA direkt in das Computersystem des Bestrahlungsgerätes eingegeben. Dabei werden alle Daten vom Arzt bzw. Ärztin und dem Medizinphysiker erneut überprüft.
Bei der Einstellung anhand des markierten Referenzpunktes werden die eingegangenen Daten auf einem Monitor am Bedienungspult und im Bestrahlungsraum eingestellt. Die MTRA stellen die einzelnen Bestrahlungsfelder nach den angezeigten Werten und den auf dem Patienten eingezeichneten Referenzpunkt ein. Die Bestrahlung wird erst dann freigegeben, wenn die angezeigten Daten mit den berechneten und in das Computersystem eingegebenen Daten übereinstimmen.
Zur Erstbestrahlung gehört auch eine sogenannte Feldkontrolle. Mittels eines elektronischen Strahlendetektors werden Bilder von den Bestrahlungsfeldern angefertigt. Diese Bilder werden dann mit den aus den CT-Schichtbildern rekonstruierten Röntgenaufnahmen verglichen. Damit haben wir die Sicherheit, dass die Patienten/innen auch korrekt bestrahlt werden. Solche Kontrollaufnahmen werden im weiteren Verlauf der Radiotherapie regelmässig wiederholt.
Eine einzelne Bestrahlung bezeichnen wir als Bestrahlungssitzung oder Fraktion. Sie dauert nur wenige Minuten. Je nach Tumorart, Zielsetzung und Bestrahlungsdosis werden die Anzahl der Bestrahlungssitzungen unterschiedlich ausfallen. Im Normalfall wird 5 Mal pro Woche bestrahlt. Die Wochenende sind jeweils frei. In gewissen Situationen ist die Behandlung 2 Mal täglich im Abstand von 6 bis 8 Stunden nötig. Die zeitliche Dauer einer Radiotherapie ist somit sehr unterschiedlich, sie kann sich über 1 bis 8 Wochen erstrecken. Die Annahme, je länger eine Behandlung, desto schlimmer die Krankheit, ist falsch. Je kleiner nämlich eine einzelne Bestrahlungsdosis ist, desto besser wird die Therapie vom gesunden Gewebe bezüglich der Spätfolgen toleriert.
Die Bestrahlungsgeräte erzeugen während der eigentlichen Bestrahlungsphase etwas Lärm. Gemäss den Vorschriften des Strahlenschutzes müssen Sie während der Bestrahlung allein im Bestrahlungsraum sein. Wir stehen jedoch mit Ihnen, während der ganzen Zeit, über eine Fernsehkamera und einer Gegensprechanlage in Kontakt. Falls nötig, kann die Therapie jederzeit unterbrochen werden. Von der Bestrahlung selbst verspüren Sie absolut nichts. Auch werden Sie durch die Bestrahlung nicht radioaktiv.
Die eigentliche Radiotherapie wird von einer/einem Fachfrau/Fachmann für medizinische Radiologie durchgeführt. Bleiben Sie bitte auf dem Bestrahlungstisch ruhig liegen, bis Ihnen der/die Assistent/in vom Tisch heruntersteigen hilft. |