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Häufig gestellte Fragen zur Chemotherapie

Werden im Kantonsspital Graubünden alle verfügbaren Chemotherapien verabreicht?

Ja. Im Prinzip können alle verfügbaren Chemotherapiekombinationen in unserem Spital verabreicht werden. Ausnahmen stellen hier nur akute Leukämie-Erkrankungen dar, die nur an sehr grossen Zentren wie zum Beispiel Zürich oder St. Gallen behandelt werden sowie solche Therapien, die eine Transplantation von eigenem oder fremden Knochenmark erfordern. Patienten, bei denen eine solche Therapie erforderlich ist, werden für den notwendigen Behandlungszeitraum von uns an die entsprechenden Zentren überwiesen. Dies betrifft aber nur einen sehr kleinen Anteil onkologischer Patienten, so dass die allermeisten Tumorpatienten die komplette Therapie hier im Hause erhalten können.

Wie wird eine Chemotherapie üblicherweise verabreicht?

Meistens werden die Medikamente in Form von Infusionen über eine Vene verabreicht. Dies kann als Kurzinfusion über wenige Minuten oder auch als aufwändigere Infusionstherapie über einige Stunden erfolgen. Es gibt auch Chemotherapien, die in Form von Tabletten verabreicht werden können und gleich gut wirksam sind.

Muss man wegen jeder Chemotherapie einige Tage im Spital bleiben?

Nein. Es ist sogar im Gegenteil so, dass die allermeisten Chemotherapien problemlos im Ambulatorium verabreicht werden können. Dies betrifft auch aufwändigere mehrstündige Chemotherapien. Für Patienten, deren Behandlung mehrere Stunden in Anspruch nimmt oder die zum Beispiel nicht gut sitzen können, stehen in unserem Ambulatorium Zimmer mit Pflegebetten zur Verfügung. Im Anschluss an die Chemotherapie können die Patienten dann wieder nach Hause gehen und in aller Regel viele der Kontrollen beim Hausarzt durchführen lassen.

Wie häufig und wie lange wird eine Chemotherapie verabreicht?

Das kann sehr unterschiedlich sein und hängt von der Art der Erkrankung und der notwendigen Therapie ab. Üblicherweise werden Chemotherapiegaben in so genannten Zyklen verabreicht. Ein Zyklus ist oft 3-4 Wochen lang. Manche Therapien werden nur 1 x alle 3-4 Wochen verabreicht, bei anderen sind wöchentliche Therapiegaben notwendig, häufig von einer Pause unterbrochen. Auch die Gesamtdauer einer chemotherapeutischen Behandlung kann sehr unterschiedlich sein. Meist liegt sie aber im Bereich von etwa 4 bis 6 Monaten.

Fallen unter einer Chemotherapie immer die Haare aus?

Nein. Es gibt viele Chemotherapie-Medikamente, die sehr gut wirksam sind und trotzdem keinen Haarverlust verursachen. Deshalb kommt es sehr auf die Art der Erkrankung und das notwendige Chemotherapie-Medikament an, ob mit dieser Nebenwirkung zurechnen ist. Bei manchen Erkrankungen lässt sich ein vorübergehender Haarverlust leider nicht vermeiden. Hier können Sie sich frühzeitig aber eine Perücke anfertigen lassen, die Ihrer früheren Frisur entspricht. Die Kosten werden von der Invalidenversicherung übernommen. Nach der Chemotherapie kommt es in aller Regel wieder zu einem normalen Haarwachstum.

Werde ich während der Chemotherapie unter starker Übelkeit leiden?

Nicht unbedingt. Vor einigen Jahren war das Auftreten von Übelkeit noch ein grosses Problem. Heute stehen sehr moderne Medikamente zur Verfügung - sogenannte Antiemetika - die in den allermeisten Fällen Übelkeit und Erbrechen sehr zuverlässig verhindern können. Unter Berücksichtigung der notwendigen Chemotherapie-Medikamente und der eingeschätzten Wahrscheinlichkeit hinsichtlich des Auftretens von Übelkeit wird Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin die prophylaktische Therapie zur Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen intensivieren. Manchmal kann es auch an den Tagen nach der Chemotherapie noch zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Aus diesem Grunde wird Ihnen unser Personal eine Bedarfsmedikation und entsprechende Empfehlungen mit nach Hause geben und Sie bitten, sofort mit uns Kontakt aufzunehmen, wenn trotz allem Probleme auftreten.

Werde ich vor einer Chemotherapie über die zu erwartenden Nebenwirkungen informiert?

Selbstverständlich. Vor jeder Therapie wird Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin mit Ihnen ein sehr ausführliches Gespräch über den Sinn der Behandlung und die zu erwartenden Wirkungen führen, dabei aber auch die zu erwartenden Nebenwirkungen und Risiken einer jeden Therapie ausführlich mit Ihnen besprechen. Sie haben dann genügend Zeit, Fragen zu stellen und über Ihre Bereitschaft eine solche Therapie durchführen zu lassen nachzudenken. Eine Chemotherapie darf nur verabreicht werden, wenn Sie vollständig aufgeklärt wurden und Ihr schriftliches Einverständnis zu einer solchen Therapie abgegeben haben.

Was darf ich während einer Chemotherapie essen oder trinken?

Im Prinzip dürfen Sie alles essen und trinken, worauf Sie Appetit haben und was Sie auch bisher gegessen haben. Es empfiehlt sich auf einen ausgewogenen Speiseplan, der genügend Vitamine und Ballaststoffe enthält, zu achten. Bei einer solchen ausgewogenen Diät sind in aller Regel keine zusätzlichen Vitamingaben oder andere Essenszusätze notwendig. Bei machen Chemotherapien ist es wichtig, dass Sie auch zu Hause genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Im Prinzip gilt auch bei Getränken keine strikte Einschränkung. Kleinere Mengen Alkohol können durchaus getrunken werden, allerdings würden wir am Tage der Chemotherapie sowie am Tag danach eher von der Einnahme alkoholischer Getränke abraten.

Verursacht eine Chemotherapie Schmerzen?

Nein. Die Verabreichung der Medikamente verursacht bei fachlich korrekter Gabe keine Schmerzen. Schmerzen sind in aller Regel Folge der eigentlichen Tumorerkrankung und sollten unter einer chemotherapeutischen Behandlung besser werden. Manchmal kann es infolge der Chemotherapie zu Nebenwirkungen, wie z. B. Schleimhautentzündung kommen, die wiederum schmerzhaft sein können. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin wird Ihnen für solche Fälle entsprechende Medikamente verschreiben.

Muss man sich während einer Chemotherapie körperlich schonen?

Im Prinzip nicht. In der Regel ist es sogar vorteilhaft, wenn man sich während einer Chemotherapie-Phase durch leichte körperliche Betätigung fit hält, wenn es die Gesamtsituation erlaubt. Abraten muss man hier lediglich von Überanstrengungen und der Ausübung von Sportarten mit Verletzungsgefahr.

Sind alle Chemotherapie gleich intensiv und mit gleich vielen Nebenwirkungen verbunden?

Ganz und gar nicht. Es gibt milde Chemotherapien, die auch bei betagten Patienten ohne Probleme verabreicht werden können und die ausgesprochen nebenwirkungsarm sind. Auf der anderen Seite gibt es sehr intensive Chemotherapie-Kombinationen, die mit einer hohen Rate zum Teil stärkerer Nebenwirkungen verbunden sind. Ob für Sie eine eher milde oder eher intensive Therapie in Frage kommt, wird Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin von zahlreichen Faktoren abhängig machen. In erster Linie spielt hier die Erkrankung selbst die grösste Rolle, wichtig sind aber auch die individuellen Therapieziele, das Alter, etwaige Begleiterkrankungen und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand. Therapien, die mit einem hohen Risiko für Komplikationen verbunden sind, sollten zur besseren Überwachung stationär durchgeführt werden.

Gibt es noch andere Behandlungsmethoden als Chemotherapie?

Neben den beiden klassischen Möglichkeiten zur Behandlung von Tumorerkrankungen wie der Chirurgie und der Strahlentherapie sind in den letzten Jahren insbesondere Immuntherapien zunehmend auf den Markt gekommen. Diese Behandlungen werden oft in Form von so genannten Antikörper-Therapien ("Eiweisstherapien") als Tabletten oder Infusionen verabreicht. Oft zeichnen sie sich im Vergleich zur Chemotherapie durch eine besonders gute Verträglichkeit aus. Dadurch kann eine solche Therapie auch mit einer Chemotherapie kombiniert werden, um eine noch höhere Wirksamkeit zu erreichen.

Sprechen sich die verschiedenen Fachärzte bezüglich der besten Behandlung, die für mich in Frage kommt, untereinander ab?

Selbstverständlich. In unserem Kantonsspital besteht eine sehr enge Kooperation aller für die Tumortherapie eingebundenen Fachdisziplinen. Das beinhaltet nicht nur Ärzte aus den Bereichen der Chirurgie und Strahlentherapie, sondern auch Radiologen, Pathologen und Kollegen sämtlicher anderer Spezialbereiche wie zum Beispiel HNO-Ärzte, Urologen, Neurochirurgen, etc. Mehrmals in der Woche finden in unserem Spital so genannte Tumor-Konferenzen statt, bei denen Vertreter aller wichtigen Disziplinen gleichzeitig und im gemeinsamen Konsens die für den jeweiligen Patienten möglichen Behandlungsmöglichkeiten zunächst miteinander diskutieren, um dann die jeweils beste Therapiestrategie gemeinsam festzulegen und konkret zu planen.

Was mache ich bei psychischen Problemen?

Die Diagnose einer Krebserkrankung stellt für den Betroffenen und seine nächsten Angehörigen fast immer eine schwere psychische Belastung dar. Entsprechend kommen seelische Probleme sowohl bei Patientinnen und Patienten, aber auch bei ihren engsten Verwandten und nächsten Bezugspersonen sehr häufig vor. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Ängste und Sorgen mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin besprechen. In unserem Spital steht für seelische Probleme ein Psychologe zur Verfügung, bei dem Sie professionelle Hilfe erhalten können.

Was kann ich tun, wenn ich finanzielle Probleme habe oder Probleme mit meiner Arbeitsstelle aufgrund meiner Erkrankung bekomme?

Viele Patienten werden von ihrer Krebserkrankung mitten im Arbeitsleben überrascht. Aufgrund der häufig notwendigen längeren und intensiven Behandlung können erhebliche Probleme am Arbeitsplatz entstehen, die auch finanzielle Probleme zur Folge haben können. In diesen Situationen kann der Sozialdienst unseres Spitals oder die Krebsliga Graubünden Ihnen mit fachkompetenter Beratung und praktischen Tipps helfen.