Vorbereitung der Strahlentherapie
Eine Strahlentherapie muss sorgfältig geplant werden. Je nach Art des Tumors und seiner Lokalisation kann diese Planung sehr aufwändig. Um Ihnen die bestmögliche Behandlung bieten zu können, arbeiten in einer Radio-Onkologie verschiedene Fachleute zusammen: Der Facharzt oder die Fachärztin für Radio-Onkologie, der Medizinphysiker oder die Medizinphysikerin, Pflegefachleute sowie Fachleute für medizinisch-technische Radiologie (MTRA).
Für eine Strahlentherapie werden verschiedene Geräte eingesetzt. Aus Gründen des Strahlenschutzes stehen diese Geräte in abgeschlossenen, manchmal etwas kalt anmutenden Räumen. Vielleicht fühlen Sie sich zuerst unbehaglich oder haben sogar Angst. Sie werden sich aber mit der Technik und dem Ablauf der Behandlung schnell vertraut machen.
Nach der ersten Konsultation, in welcher Ihnen die Abläufe der Therapievorbereitungen und die Behandlung erklärt worden sind, beginnt die eigentliche Planungsphase.
Damit die Behandlung jeden Tag in der gleichen Position durchgeführt werden kann, müssen gelegentlich individuelle Lagerungshilfen hergestellt werden. Gerade die Positionierung der Kopf-Hals-Region ist ohne solche Lagerungshilfen praktisch nicht möglich, weshalb in den meisten Fällen eine Kopfmaske hergestellt werden muss. Hierzu wird ein Material verwendet, welches knapp oberhalb der Körpertemperatur weich und gut formbar ist. Eine bereits zugeschnittene Platte dieses Materials wird, nachdem in einem Wasserbad erwärmt, sorgfältig auf den Patienten aufgelegt und der Körperform angepasst. Je genauer die Maske anmodelliert wird, desto exakter und verträglicher die Lagerung der Patienten/innen. Nach wenigen Minuten ist die Maske ausgekühlt und so stabil, dass sie entfernt werden kann.
Im Anschluss daran wird in Therapieposition eine Computertomographie im Bereich der zu bestrahlenden Region angefertigt. Auch hier ist es sehr wichtig, die Patienten/innen sehr genau zu positionieren. Der Computertomograph ist daher mit einem Lasersystem, wie es auch am Bestrahlungsgerät installiert ist, ausgerüstet. Der für die Bestrahlung notwendige Referenzpunkt liegt im Schnittpunkt der Laserlinie. Dieser Punkt wird dann auf den Patienten/in bzw. auf der Maske markiert.
Der Computertomograph ist über eine Glasfaserkabel mit dem Planungssystem verbunden. So werden die aufgenommenen CT-Bilder zur Weiterverarbeitung in das Therapieplanungssystem (TPS) übertragen. An diesem Therapieplanungssystem werden dann das Zielvolumen (Tumor und mögliches Ausbreitungsgebiet des Tumors) und Risikoorgane eingezeichnet. Nachher wird ein Therapieplan hergestellt. Ziel unserer Planung ist eine optimale Bestrahlungsanordnung zu finden, um eine möglichst hohe Bestrahlungsdosis innerhalb des Zielvolumens unter maximaler Schonung der Risikoorgane zu erreichen. Mit individuell hergestellten Blöcken oder Lamellenkollimatoren (MLC) können die Bestrahlungsfelder an die Form des Zielvolumens angepasst werden. Dank der grossen Rechenleistung der modernen Rechner können in kurzer Zeit mehrere Pläne durchgerechnet und miteinander verglichen werden. Der Computer gibt uns auch die Möglichkeit, sog. aus den CT-Schichtbildern digitale radiographische Rekonstruktion zu berechnen. Dabei entsteht ein Bild aus der Perspektive des Therapiestrahles. Einerseits können wir so sehen, ob die Bestrahlungsfelder unseres Planes das gesamte Zielvolumen umfasst, andererseits ist ein Vergleich mit den Feldkontrollaufnahmen, welche am Bestrahlungsgerät angefertigt werden, möglich. |