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Weniger Herzinfarkte seit Einführung des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden in Graubünden

07.01.2010

Seit dem 1. März 2008 ist die Herzinfarkt-Häufigkeit in Graubünden im Vergleich zu den 2 Vorjahren um 22 Prozent zurückgegangen.

 

Seit dem 1. März 2008 ist die Herzinfarkt-Häufigkeit in Graubünden im Vergleich zu den 2 Vorjahren um 22 Prozent zurückgegangen. Dies zeigt eine erstmals in der Schweiz vom Kantonsspital Graubünden verfasste Studie zum Thema. Die Abnahme geht einher mit der Einführung des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden.

Im Kanton Graubünden trat am 1. März 2008 ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden (inkl. Restaurants, Bars, etc.) in Kraft. In der vorliegenden, am Kantonsspital Graubünden durchgeführten Studie wurde untersucht, ob die Häufigkeit von Herzinfarkten in unserem Kanton nach Einführung des Rauchverbots abgenommen hat. PD Dr. med. Piero Bonetti, Leitender Arzt Kardiologie und verantwortlicher Leiter der Studie, erläutert die Resultate: „In den zwei Jahren vor Einführung des Rauchverbots traten im Kanton Graubünden 229 resp. 242 Herzinfarkte auf. Im ersten Jahr nach Einführung des Rauchverbots sank die Zahl der Herzinfarkte auf 183, was im Vergleich zu den zwei Vorjahren einer Abnahme von 22% entspricht“. Diese Abnahme sei in erster Linie durch eine Verminderung der Herzinfarktrate bei Nichtrauchern bedingt gewesen, so Bonetti weiter.

Auch Tourismus profitiert
Obwohl gemäss der Studie Männer in allen drei untersuchten 12- Monatsperioden deutlich häufiger einen Herzinfarkt erlitten als Frauen, nahm die Anzahl der Herzinfarkte nach Einführung des Rauchverbots bei beiden Geschlechtern ab (Männer -24%; Frauen -17%). Vom Rückgang der Herzinfarktrate waren interessanterweise nicht nur im Kanton Graubünden wohnhafte Personen (-25%), sondern auch Feriengäste (-21%) betroffen. Die ausgeprägteste Abnahme der Herzinfarkthäufigkeit konnte bei Personen beobachtet werden, bei denen bereits eine koronare Herzkrankheit bekannt war (-50%).

Erstmals in der Schweiz
Passivrauchen erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei Nichtrauchern um bis zu 30%. In einer kürzlich veröffentlichten Studie der Universität Basel konnte nachgewiesen werden, dass die durch das Passivrauchen verursachten Erkrankungen in der Schweiz jährlich Kosten in der Höhe von rund 420 Millionen verursachen, wobei rund 45% dieser Kosten durch passivrauchbedingte Herzinfarkte bedingt sind. Untersuchungen in verschiedenen Ländern konnten zeigen, dass die Einführung eines Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden mit einer Verminderung des Herzinfarktrisikos einhergeht. In den letzten Monaten und Jahren wurden auch in verschiedenen Schweizer Kantonen Rauchverbote eingeführt. Ob sich diese Massnahmen ebenso günstig auf die Herzinfarkthäufigkeit auswirken wie im Ausland, war aber bis anhin noch unklar. In der vorliegenden Studie konnte nun erstmals in der Schweiz ein signifikanter Rückgang der Herzinfarktrate nach Einführung eines Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden dokumentiert werden.

Die Studie






Zurück Letzte Aktualisierung: 28.01.2010 | Autor: Administrator