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Interventionelle Radiologie

Angiographien mit Katheter werden neben den nicht-invasiven Untersuchungsmethoden wie CT- oder Magnetresonanz-Angiographie nur noch selten, meist im Zusammenhang mit Gefässinterventionen durchgeführt, am häufigsten zur Behandlung (Ballondilatation) von Durchblutungsstörungen.

Technik

Zur Darstellung der Gefässe wird ein dünner Katheter meist immer unter örtlicher Betäubung in die Arterie oder auch Vene in der Leiste eingeführt, bis zur zu untersuchen den Gefässregion vorgeschoben und dann wird ein jodhaltiges Konttrastmittel injiziert. Dabei werden Serienaufnahmen in verschiedenen Projektionen mittels digitaler Subtraktionstechnik (DSA) gemacht womit kleine Dichteunterschiede verstärkt bzw. geringe Kontrastmittelkonzentrationen nachgewiesen werden können.

Indikationen

Katheterangiographien nur zu diagnostischen Zwecken sind nur noch selten nötig, dann meist zur Planung vor einer grösseren Operation.

Vorbereitung

Vor einer Angiographie sie darstellt kann es sinnvoll sein eine Duplexsonographie zur Erhöhung der Sicherheit bzw. Verringerung von allfälligen Komplikationen durchzuführen.
Zur Untersuchung sollten aktuell (d.h. nicht älter als 3 Tage) ein Gerinnungsstatus (Quick-Wert, bzw. INR und Thrombocyten) und ein Serum-Kreatininwert vorliegen. Für elektive Untersuchungen sollte der Quick-Wert über 50% und der Kreatininwert über 40 ml/min liegen. Eine vorbestehende Blutverdünnung muss im Vorfeld unterbrochen werden, eine medikamentöse Thrombocytenfunktionshemmung sollte eine Woche vor dem Untersuchungstermin sistiert werden. Am Untersuchungstag sollte der Patient nur flüssige Nahrungsmittel einnehmen, keinen Kaffee und nicht rauchen. Diabetiker sollten wegen des Risikos einer Hypoglykämie ihre Medikamente bzw. Spritzen erst nach der Untersuchung zu sich nehmen. Alle übrigen Medikamente sollen wie gewohnt eingenommen werden.
Die Aufklärung erfolgt mittels eines Informationsblattes, welches unterschrieben werden muss als Ausdruck des Einverständnisses und mittels eines Gespräches mit einem verantwortlichen Arzt.

Untersuchungsablauf

Die Patientenlagerung und die Untersuchungsvorbereitung wird von der MTRA vorgenommen und besteht aus dem Rasieren und Desinfizieren der Leisten und der sterilen Abdeckung.

Die Untersuchung/der Eingriff wird von einem erfahrenen Arzt durchgeführt: 
Nach örtlicher Betäubung wird eine Punktionsnadel in eine Arterie bzw. Vene eingeführt, meistens in der Leiste, wodurch wird ein Führungsdraht in das Blutgefäss vorgeschoben wird, um einer Gefässverletzung vorzubeugen. Über den Führungsdraht wird nach Entfernen der Punktionsnadel ein Katheter ins Gefäss eingeführt und in die zu untersuchende Region unter Durchleuchtung vorgeschoben. Das Vorschieben ist nicht zu spüren, da die Gefässinnenwand keine sensiblen Nervenfasern enthält. Maschinell wird jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt, was ein kurzfristiges Wärmegefühl hervorrufen kann. Lediglich im Bereich der Punktionsstelle kann u.U. während der Kathetermanipulation ein Druckgefühl zu spüren sein. Die gesamte Untersuchungsdauer einer alleinigen diagnostischen Angiographie liegt meist unter einer Stunde. Komplizierte anatomische Verhältnisse oder eine anschliessende Gefässintervention können u.U. zu einer deutlichen Verlängerung der Untersuchungszeit führen.

Nach Entfernung des Kathetermaterials wird die Punktionsstelle für gut 10 Minuten komprimiert und anschliessend ein Druckverband angebracht. Abhängig vom Durchmesser der verwendeten Katheter ist eine Bettruhe (Tagesklinik mit Pflegepersonal) von mindestens 4 Stunden zu empfehlen, der Druckverband sollte für 6 Stunden belassen werden. Nach dem Verlassen des Spitals sollten die Patienten anstrengende körperliche Tätigkeiten, insbesondere stärkeres Pressen vermeiden. Dies geschieht um eine Nachblutungsgefahr so gering wie möglich zu halten. 

Wegen einer möglichen Verschlechterung der Nierenfunktion durch das injizierte Kontrastmittel sollte der Patient nach der Untersuchung viel trinken. Bei bereits vorgängig eingeschränkter Nierenfunktion sollte der Serum-Kreatininwert, bei thyreostatisch vorbehandelter Schilddrüsenüberfunktion der TSH-Basalwert überprüft werden.

Kontraindikationen

Es gelten dieselben Einschränkungen wie unter Risken/Kotraindikationen, Kontrastmittel.

Spezifische Risiken

Gefässverletzungen an der Einstichstelle: Im Bereich der Punktionsstelle kann sich nach der Untersuchung in seltenen Fällen zu einem Bluterguss, einer Gefässverletzung oder einem Gefässverschluss kommen und im extremen Fall operativ Behandelt werden muss, falls konservative Massnahmen nicht zum Erfolg führen.

Blutgerinnsel können entstehen oder von der Arterienwand abgelöst und mit dem Blutstrom soweit verschleppt werden bis es zu einem Gefässverschluss kommt. Dies ist während der Untersuchung sofort erkennbar und in den meisten Fällen behebbar.