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Geschichte

Kantonsspital Graubünden baut etappenweise an seiner Zukunft - 
Siegerprojekt Erweiterungsbau von Staufer & Hasler Architekten AG, Frauenfeld


Das Kantonsspital Graubünden plant die Sanierung, den Umbau und die Erweiterung seiner Gebäude für die nächsten 25 Jahre. In einem entsprechenden Projektwettbewerb wurde das Projekt "By Pass" von Staufer & Hasler Architekten AG aus Frauenfeld zum Sieger gekürt. Aus diesem Siegerprojekt entsteht nach einer Überarbeitung das Bauprojekt. Mit den ersten Bauarbeiten wird voraussichtlich 2012 begonnen werden.


Am Montag, 16. Juni 2008, hat das Kantonsspital Graubünden (KSGR) die Sieger des Projektwettbewerbs für die Sanierung, den Umbau und die Erweiterung des Spitals bekannt gegeben. Sieger ist das Projekt "By Pass" von Staufer & Hasler Architekten AG aus Frauenfeld. Die Jury*, bestehend aus einem Sach- und einem Fach-Gremium, hat sich in zwei Beurteilungsrunden für dieses Projekt entschieden. Staufer & Hasler Architekten AG waren bereits in Chur tätig, sie haben den Neubau des Stadthauses und Medienzentrums von Radio e Televisiun Rumantscha in Chur realisiert.


Betrieblich bestechende Situation

Das Projekt besticht durch die Anordnung wesentlicher Bereiche auf lediglich zwei Ebenen. Die grossflächige Anlage und innere Organisation der Ebenen 0 und 01 (heutiger Hauptlevel des Haupteingangs sowie das nächste Untergeschoss) sind für den Spitalbetrieb sehr wertvoll. Es wird eine betrieblich sehr sinnvolle Situation mit direkter Verbindung auf einer Ebene von hoch installierten Bereichen wie Röntgeninstitut, MRI, CT mit der Notfallstation, Operations-Säle, Kinder- und Erwachsenen-Intensivstationen, Herzkatheterlabor, etc. Trotz der grossen zusammenhängenden Nutzungsfläche schaffen dabei räumliche Einschnitte und Höfe angenehme und gut belichtete Bedingungen für die Arbeitsplätze. Das Projekt überzeugt auch durch seine städtebauliche Neudefinition sowie der Neuorientierung der Erschliessung und der Eingänge.


"By Pass" verlegt Haupteingang

Durch die Verlegung des Haupteingangs an die Loëstrasse schafft das Projekt eine grundsätzlich neue Ausgangslage für die gesamte Spitalanlage. Staufer & Hasler setzen diese neue Situation organisatorisch und betrieblich wie städtebaulich und architektonisch konsequent um. Einerseits durch die bauliche Entwicklung der Anlage zur Loëstrasse hin und andererseits durch die parallel zum Haus D gestaffelte Position des neuen Bettenhauses. Die neue Lage des Hauptzugangs an der Loëstrasse wird für die langfristige Entwicklungsperspektive des Spitals besonders positiv bewertet.


Intensiver Wettbewerbsprozess

Im Oktober 2007 wurde der offene Projektwettbewerb öffentlich ausgeschrieben. Auf diese Ausschreibung hin haben sich 45 Planerteams aus Graubünden, der Schweiz und Europa zur Teilnahme angemeldet. Schlussendlich lagen 27 Wettbewerbsbeiträge während der Monate April und Mai der Jury unter dem Vorsitz von Hermann Just (lic. jur.), Präsident der Bauplanungskommission sowie Mitglied des Verwaltungsrats des Kantonsspitals Graubünden, zur Beurteilung vor. In zwei mehrtägigen Beurteilungsrunden wurde das Siegerprojekt "By Pass" von der Jury erkoren.


Umfassende Vorgaben

Die räumliche Integration des Standorts Kreuzspital in den Hauptstandort Kantonsspital, unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung der medizinischen Dienstleistungen am KSGR, erfordern die zukünftigen Erweiterungs- und Umbauten an den bestehenden Gebäuden. Folgenden Vorgaben wurde im Projektwettbewerb Rechnung getragen:

  • Nachhaltige Lösung bezüglich Investitions- und insbesondere Betriebskosten, um qualitativ hoch stehende, wirksame und wirtschaftliche Leistungen im 
    Gesundheitswesen erbringen zu können
  • Nachhaltige Anordnung der Betriebsstellen im Hinblick auf rationelle, patientenfreundliche Betriebsabläufe
  • Realisierbarkeit in Etappen unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs und mit möglichst geringem Aufwand für Bauprovisorien
  • Umfassende, qualitativ hoch stehende architektonische Lösung für die notwendigen Erweiterungs- und Umbauten

 

Entscheid für offenes Verfahren

Nachdem anfänglich beabsichtigt war, ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren mit einer Präqualifikation durchzuführen, entschied sich die Bauplanungskommission dazu, einen einstufigen, anonymen Projektwettbewerb im offenen Verfahren durchzuführen. Der Entscheid erfolgte auf Grund der Überlegung, dass damit eine grössere Auswahl von Projektvorschlägen möglich wurde. Man war sich bewusst, dass damit ein grösserer Aufwand in der Jurierung einhergehen wird, was auf Grund der erwarteten Vorteile in Kauf genommen wurde. Das Ergebnis des Wettbewerbes zeigt nun auch, dass der Entscheid richtig war, gingen doch mit 27 Wettbewerbsbeiträgen zahlreiche interessante Lösungsvorschläge mit einer Vielzahl von originellen Detailideen ein.


Umgang mit der Geschichte

Immer wieder ein Thema war der Umgang mit dem Altbau der Architekten Fred G. Brun und Rudolf Gabarel aus der Zeit von 1938 bis 1941. Der so genannte Brun-Gabarelbau (Haus A) gilt als das grösste Werk aus der Epoche des neuen Bauens in Chur und wurde als sehr wichtiger Zeuge dieser Zeit bezeichnet. Aufgrund der diversen Veränderungen im Laufe der Zeit und auch der Erweiterungsbauten wurde die Bedeutung aber nicht als derart gross eingestuft, als dass der Altbau zwingend zu erhalten gewesen wäre. Die zuständigen Stellen erachteten eine Erhaltung des Baues nur dann als notwendig, wenn dieser betrieblich, räumlich und gestalterisch sinnvoll als Teil einer gesamteinheitlichen Spitalanlage erhalten werden kann.

 

*Jury Wettbewerb


Sachpreisrichter
Just Hermann Vorsitz Preisgericht, Verwaltungsrat KSGR
Dr. Bachmann Arnold Vorsitzender Geschäftsleitung KSGR
Prof. Dr. Furrer Markus Geschäftsleitung KSGR, Chefarzt und Leiter Dep. Chirurgie
Prof. Dr. Reinhart Walter Geschäftsleitung KSGR, Chefarzt und Leiter Dep. Medizin
Limacher Heinrich H. Limacher Partner AG, Zürich

Ersatz Sachpreisrichter
Daniel Derungs Geschäftsleitung KSGR, Leiter Dep. Services

Fachpreisrichter
Caratsch Marie-Theres Kantonsarchitektin, Hochbauamt Kt. Basel-Landschaft
Casty Ernst Spitalarchitekt KSGR
De Montmollin Stephane Architekt EPF/SIA/FAS, Basel
Dünner Markus Kantonsbaumeister, Hochbauamt Graubünden, Chur
Fugazza Heinz Architekt ETH/SIA, Wettingen
Theus Tilla Architektin ETH/SIA/BSA, Zürich

Ersatz Fachpreisrichter
Ragettli Jürg Präsident Bündner Heimatschutz

Beratende Experten
Dr. Immler Ulrich Präsident Stiftung und Verwaltungsrat KSGR
Tremp Roland Stadtrat Chur
Ammann Adrian Leiter Spitaltechnik KSGR
Bentivegna Jeannine Leiterin Gastronomie KSGR
Berchtold Regula Pflegeleitung Chirurgie Standort Kreuzspital, KSGR
Werner-Camastral Heidi Leiterin Grossprojekte KSGR