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Projekt Sanierung, Umbau und Neubau KSGR (SUN)

Medienmittelung vom 11. November 2011, Kantonsspital Graubünden muss Bauprojekt SUN neu beurteilen

Der Bundesratsbeschluss über den Investitionszuschlag von 10% für Spitäler zwingt das Kantonsspital Graubünden, sein grosses Bauprojekt neu zu beurteilen. Grundsätzlich hält man am Bauvorhaben fest. Das Kantonsspital Graubünden muss sein Bauprojekt Sanierung, Um- und Neubau (SUN) neu beurteilen. Der bundesrätliche Beschluss von letzter Woche, im Zusammenhang mit der Einführung der Fallpauschale SwissDRG den Investitionszuschlag für Spitäler für das Jahr 2012 auf 10% festzulegen, zwingt das Zentrumsspital der Südostschweiz zu diesem Schritt. Die aktuellen Investitionsbeiträge 2011 betragen 14.5%.

Grundsätzlich wird gebaut
Das Kantonsspital Graubünden wird die Neubeurteilung des Bauprojekts SUN an einem ersten Workshop im Dezember 2011 vornehmen. Am strategischen Grundsatz, das grosse Projekt umzusetzen, wird festgehalten. Die bisherige Projektierung basierte auf einem Investitionszuschlag von 14 bis 15%. Diese Berechnung wurde durch den für alle Bündner Spitäler erstellten Bericht der schweizweit anerkannten Unternehmensberatung Keller gestützt. Auch aktuelle, unabhängige Studien von KPMG und PWC gehen für Schweizer Spitäler von einem Bedarf von 14 bis gar 16% ihrer betriebsnotwendigen Kosten für Investitionen aus. Der Schweizer Spitalverband H+ befürchtet, dass durch diesen tiefen Zuschlag die notwendigen Investitionen auf zukünftige Generationen verschoben werden und die Einführung von medizinischen Neuerungen gebremst wird.

Bisherige Planung des Bauprojekts SUN des Kantonsspitals Graubünden

Der heute vorliegende Projektstand „Vorprojekt“ ist das Resultat der zweijährigen Überarbeitung des Wettbewerbsprojektes seit Sommer 2008.

Die beiden Zwischenabgaben „Masterplan“ (Jan. 2009 und Juni 2009) dienten den konzeptionellen Grundentscheiden, in welche Richtungen sich das Projekt entwickeln sollte. 

Die planerischen Veränderungen gegenüber dem Wettbewerbsstand sind zwar formal augenfällig (Zusammenfassung Haus H+L in einem Baukör-

per, Teilrückbau Haus A), jedoch sind sie in Bezug auf die Gebäudelogik nicht von prinzipieller Natur. Die Kerninhalte wie die grossflächige Hauptbehandlungsebene 0, der Hauptzugang auf der Ebene 05 (Niveau Loëstrasse), die Weiterentwicklung der Bettentrakte in derselben Logik wie schon der Neubau D aus dem Jahre 2000 als langfristige Entwicklung, all dies sind die Konstanten in dem nun vorliegenden Vorprojekt.

Das Grundrisslayout ist das Produkt eines interaktiven Prozesses zwischen Nutzeranforderungen, technischen Randbedingungen und architektonischer Formgebung. Keines dieser Teilaspekte wurde je einem andern untergeordnet, sondern sie waren sich gegenseitig Be-dingung - oder besser – Befruchtung, wodurch nun eine Gebäudelogik entstanden ist, die laufend an Selbstverständlichkeit gewinnen konnte: Dies ist mit ein Grund, warum die äusseren Gebäudeformen immer einfacher geworden sind.

Die Neubauten docken an wenigen notwendigen Stellen an den Altbau an. Mit zwei kompakten, zusammenhängenden Gebäudekomplexen werden die bestehenden Bauten ergänzt und gegen die Grenzen des Areals prägnant definiert und abgeschlossen: Das Gebäude H gegen die Loëstrasse, der Gebäudekomplex mit dem Haus M und dem Haus E der langfristigen Entwicklung gegen die Calunastrasse und die südlich davor liegende Wohnbebauung. Die nördlichen und östlichen Bereiche des Areals mit den Altbauten und Reserveflächen bleiben bewusst unangetastet und frei für spätere Entwicklungen.

Das rechteckige Gebäude H, das die grossen Behandlungsabteilungen beherbergt, bildet neu den Kern der Anlage. Mit seinen Abmessungen von 136 mal 48 Metern entsteht nicht nur ein sehr tiefes Gebäude, sondern es werden auch grosse zusammenhängende und gleichzeitig hochflexible Geschossebenen geschaffen. Dies ermöglicht es, für viele Betriebsstellen kompakte Grundrissorganisationen aufzubauen, die mehrfache Zuordnungen erlauben. Zu erwähnen sind dabei beispielsweise die direkten Zusammenhänge von Notfall, Operationssälen, Tagesklinik und Intensivstation auf der Ebene 0. Auch andere Betriebstellen wie z.B. die Untersuchungs- und Behandlungsbereiche der Chirurgie und der Inneren Medizin, der Verpflegungsbereich samt Produktionsküche oder die Logistik profitieren von dieser grossflächig organisierten Gebäudestruktur.

Das Haus M als erster Teil des südlichen Baufeldes komplettiert zusammen mit dem Haus E der langfristigen Planung als U-förmiger Gebäudekomplex den bestehenden „Würfel“ aus der Bauphase 1998-2000 und schafft eine logische und arrondierte Situation zur Südseite hin.

Das vorerst nicht realisierbare neue Bettenhaus würde sich gegen Nordwesten zum Calanda hin orientierten und die Organisation des Hauses D weiterschreiben. So entstehen gleichwertige Aufenthaltsqualitäten. Alle Bettenhäuser D, C und zukünftiges Haus E sind einfach und übersichtlich vom Haupteingang her erschlossen. Die übrigen bestehenden Häuser bleiben in ihren Funktionen weitgehend erhalten (mit Ausnahme des Hauses A/L, welches zur Hälfte zurückgebaut wird).

Die äussere Erscheinung der Neubauten ist von ihrer inneren Struktur von Nutzung und Tragwerk geprägt. Die massiven Fassaden unterscheiden sich je nach ihrem Öffentlichkeitsgrad. Das Haus H, welches auch das Zugangsgebäude ist, öffnet sich im Erdgeschoss auf dem Niveau der Loëstrasse grosszügig auf die Eingangsseite für Besucher und auf die Zufahrts- und Anlieferungsseite hin. Der neue Vorplatz zwischen altem Wingerthaus und Eingangsfassade ist in seinen Dimensionen auf den Neubau abgestimmt. Er bietet auch Raum für Vorfahrt, Kurzzeitparkplätze und grosszügige gedeckte Zweiradabstellplätze.

Im Innenraum werden mit Hilfe von vertikalen Ausweitungen räumliche Qualitäten geschaffen, um die erwähnten grossen Gebäudetiefen zu strukturieren und eine Vielfalt von Durchblicken von Drinnen nach Draussen zu ermöglichen.

Aufgrund des erwähnten interaktiven Prozesses von Funktionsplanung, Gebäudetechniklayout und architektonischer Gestaltung wurde es möglich, einen Projektstand vorzulegen, der auf breit erarbeiteten Grundlagen abgestützt ist. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Gebäude auf der Grundlage der sehr repetitiven und modular aufgebauten Grundrisse einen hohen Grad an Flexibilität gewinnen. Das Spezifische an den erwähnten grossflächigen Hauptnutzungen ist die einfache Konstruktions- und Erschliessungslogik, was zukünftige Veränderungen sehr erleichtert.

Prof. Dr. sc. Thomas Hasler, dipl. Architekt ETH/SIA
(Staufer & Hasler Architekten AG, Frauenfeld)

Im Folgenden finden Sie unter den jeweiligen Links:

- Ausschreibung

- Modell

- Bautafel-Information

- Diverse Pläne

- Geschichte (Medienorientierung)

- Grob-Terminplan

- Auszug Jahresbericht 2010 Kantonsspital Graubünden

Weitere Auskünfte erteilen:

Dr. Arnold Bachmann
Vorsitzender der Geschäftsleitung des Kantonsspitals Graubünden
Telefon: 081 256 67 00

Ernst Casty
Spitalarchitekt des Kantonsspitals Graubünden
Telefon: 081 256 68 91