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Sterben und Tod – ein Kongress über den Umgang mit dem Übergang vom Leben in den Tod

05.06.2009

Am Wochenende findet in Flims ein Kongress mit dem Titel „Sterben und Tod“ statt.

Am Wochenende findet in Flims ein Kongress mit dem Titel „Sterben und Tod“ statt. Der Anlass steht unter der Schirmherrschaft des Kantonsspitals Graubünden und richtet sich an Experten, welche sich mit dem Thema befassen. Den Machern ist es gelungen, ein hoch stehendes Referenten-Panel einzuladen.

Die Einstellung der Menschen zu Sterben und Tod ist geprägt vom Zeitgeist und ändert sich laufend. So sehen sich Behandelnde und Betreuende von Sterbenden, aber auch Personen und Institutionen, die sich mit Toten und deren Hinterbliebenen auseinandersetzen, stets mit neuen Situationen, Schwierigkeiten und Tabu-Zonen konfrontiert. Am 5. und 6. Juni 2009 organisiert Daniel Wyler, Leitender Arzt Rechtsmedizin am Kantonsspital Graubünden, einen neuartigen Kongress unter dem Titel „Sterben und Tod“. Der Kongress richtet sich an Experten und Interessierte aus verschiedenen Fachgebieten, welche sich interdisziplinär mit medizinischen, psychologischen, soziokulturellen und religiösen Fragen zum Thema auseinandersetzen möchten. Für den Kongress, welcher im historischen, 1904 erbauten Jugendstilpavillon des Waldhaus Flims Mountain Resort & Spa stattfindet, konnten zahlreiche hochkarätige Referentinnen und Referenten gewonnen werden.

Motivation aus der eigenen Tätigkeit
Der organisierende Rechtsmediziner Daniel Wyler hat die Motivation zur Umsetzung des Kongresses aus den eigenen Erfahrungen in seiner Tätigkeit gefunden: „Mir ist immer wieder aufgefallen, dass jeder noch so erfahrene Spezialist je nach Fachrichtung entweder im Umgang mit Sterbenden oder mit Toten an seine fachlichen und auch persönlichen Grenzen stösst“. Während Ärzte und Pflegefachleute hauptsächlich mit Kranken und Sterbenden zu tun haben, befassen sich Pathologen und Rechtsmediziner vorwiegend mit Verstorbenen. Offenbar existiert ein «Sterben ohne Tod» auf der einen sowie ein «Tod ohne Sterben» auf der anderen Seite. „Dazwischen erfolgt der letzte Atemzug eines Menschen, quasi das Durchschreiten eines sich kurz öffnenden unsichtbaren Vorhangs“, so Wyler weiter.

Zwei Betrachtungsebenen
Die Hauptaufgabe der meisten Ärzte besteht in der Behandlung Kranker, mit dem Ziel, die Lebensqualität jedes Einzelnen so hoch wie möglich zu halten. Mit dem Eintritt des Todes eines Menschen erlischt der ärztliche Auftrag weitgehend. Rechtsmediziner werden nur in Ausnahmefällen mit sterbenden Menschen konfrontiert, haben aber fast täglich mit Todesfällen zu tun. Eine der Aufgaben besteht darin, Tote zu untersuchen und gemeinsam mit Kriminaltechnikern die Hintergründe des Todesfalles auszuleuchten. Die Arbeit der Rechtsmediziner erweckt also vordergründig den Anschein, dass sie „auf der anderen Seite des Vorhangs“ arbeiten. Sie kommen mit vielen Instanzen in Kontakt und sind mit unterschiedlichsten, oftmals polarisierenden Strategien konfrontiert. Ärzte und Pflegefachpersonen hingegen behandeln und betreuen Kranke rund um die Uhr, helfen selbst bei den intimsten Verrichtungen. Auch wenn diese Patienten kurz vor dem Tod stehen und die Situation aussichtslos ist, bemühen sich alle engagiert um sie. Kaum aber hat ein Patient den letzten Atemzug getan, geschieht immer wieder ganz Erstaunliches: Fenster werden geöffnet, Pflegepersonen wechseln die Kleider, ziehen sich Mundmasken über und auch Ärzte sind nicht mehr ohne Weiteres bereit, sich wie vorher zu Lebzeiten nun dem Verstorbenen zu nähern. Der Körper wird bedeckt und in einen Kühlraum gefahren. Es scheint fast, als ob zwei Betrachtungsebenen bestehen, die kaum Berührungspunkte aufweisen.

Hochkarätige ReferentInnen
Daniel Wyler konnte für den Kongress „Sterben und Tod“ namhafte Referentinnen und Referenten aus den Bereichen Medizin und Pflege, Psychologie, Rechtssprechung, Ethik, Krisenbewältigung, Theologie und Seelsorge sowie Thanatologie gewinnen. So werden unter anderen Elisabeth Bronfen, Professorin für Anglistik der Universität Zürich, der aus den Medien bekannte Psychoanalytiker Peter Schneider sowie Professor Andreas Gerber, emeritierter Chefarzt für Innere Medizin und Kommissionsmitglied der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften das Thema aus ihrer Sicht erläutern. Ebenfalls zum Referenten-Board zählen Andreas Brunner, Leitender Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich und Professor Ulrich Zollinger, einer der erfahrensten Rechtsmediziner der Schweiz.

Wertvolle Unterstützung der Partner
Der Kongress wird neben dem Kantonsspital Graubünden auch von der Krebsliga Schweiz, dem Gesundheitsamt des Kantons Graubünden und der Menzi-Jenny-Gertrud-Stiftung Chur unterstützt. Er ist als Fortbildungsveranstaltung von der Verbindung Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) mit 10 Credits anerkannt worden.






Zurück Letzte Aktualisierung: 28.01.2010 | Autor: Administrator